Ludwigshafen

Stadtteil Süd Ludwig-Wolker-Jugendfreizeitstätte pflanzt Baum

Erinnerung an die Einheit

Ludwigshafen.„Ich hatte von der Aktion keine Ahnung“, erinnert sich Andreas Massion im Gespräch mit dieser Zeitung, „das Wort Einheitsbuddeln habe ich vor einigen Wochen zum ersten Mal im Radio gehört.“ Der Leiter der Ludwig-Wolker-Jugendfreizeitstätte in Ludwigshafen-Süd erkundigte sich und entschied sofort: „Da machen wir auch mit.“ Nun war es so weit, am Mittwoch wurde im Garten der Freizeitstätte der Baum gepflanzt, oder wie Massion in Anbetracht des regnerischen Wetters sagte, „wir wollen ihn zu Wasser lassen.“

Sauerstoff- und Schattenspender

Hinter dem Einheitsbuddeln steht die Idee, am Tag der Deutschen Einheit einen Baum zu pflanzen. „Wenn jeder Bürger dies macht“, so Massion, „da bekämen wir einen ganz schönen Wald hin.“ Dass das Utopie ist, ist ihm klar. Aber er hofft, dass immer mehr mitmachen. Dass sie etwas tun müssen in Zeiten des Klimawandels, ist auch Thema in der Freizeitstätte, doch mit Protesten will sich Massion nicht zufrieden geben: „Das alleine reicht nicht, wir müssen pragmatisch handeln.“ Da kam ihm die Information zu dem Einheitsbuddeln gerade recht.

Massion erinnerte an die Wirkung von Bäumen als Kohlendioxid-Speicher, Sauerstoffproduzent und Schattenspender. Letzterer war der Grund dafür, sich für einen Kugel-Trompeten-Baum zu entscheiden: „Der Schatten ist uns extrem wichtig, unter dem Baum können wir dann spielen.“ Der Baum wurde von der Stadtmission gestiftet, dessen Leiter Michael Mösch sah es als große Freude an, in der Nachbarschaft Gutes zu tun, wie er im Anschluss an die Feier sagte. Die Nachbarschaft funktioniert gut in dem „sozialen Karree“, wie Massion die Lage der vielen Sozialeinrichtungen bezeichnete. Zur Baumpflanzung kamen viele Anwohner.

In zwei Jahren wird die Freizeitstätte 60 Jahre alt, davon abgeleitet wollen sie nun jedes Jahr einen Baum pflanzen, für mindestens sechs Jahr lang, so die Vision des Leiters. Es ist ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit: „Wir wollen den Bauten, die hier entstanden sind, etwas Grünes entgegensetzen“, wie Massion sagte. Zusammen mit Ortsvorsteher Christoph Heller ging er dann ans Werk, um den Baum einzugraben und noch ein paar Stützpfeiler einzuschlagen.

Im Hinblick auf das nasse Wetter hatte das traditionelle Angießen eher symbolischen Charakter. Aber Massion versprach, dass das Pflegen des Baumes Teil des Programms der Freizeitstätte werden wird.

Zum Thema