Ludwigshafen

Friesenheim Friedenskirche zeigt von 8. März bis 7. April das Ausstellungsprojekt „Manchmal sehe ich ROT“ mit Werken von Reinhild Gerum

Facetten der Aggression seit Kain und Abel

Archivartikel

Ludwigshafen.Es ist ein ebenso eindrücklicher wie ausdrucksstarker Anblick, der sich im Kirchenraum der Friedenskirche bietet: Ein rundes, über drei Meter großes, aus rotem Draht geknüpftes Schleier-Geflecht hängt dort zwischen dem Betrachter und dem Christus am Kreuz. Ein weiteres Drahtgespinst befindet sich unterhalb des Kuppelzentrums, darin eingewoben: der Text der biblischen Geschichte von Kain und Abel. Diese von der bildenden Künstlerin Reinhild Gerum geschaffenen Arbeiten sind Teil des Ausstellungsprojektes zur Passionszeit, mit dem sich die Friedenskirche unter dem Titel „Manchmal sehe ich ROT“ dem Phänomen der Gewalt nähert. Bis zum 7. April sind die Werke der Münchner Künstlerin auf drei Stockwerken zu sehen. Neben den Exponaten im Kirchenraum werden im Gemeindesaal Kleinplastiken und Papierarbeiten, in den Kellerräumen zudem Installationen und Skulpturen von Gerum gezeigt.

Die Ausstellung wird von Vorträgen, Passionsandachten und Gottesdiensten begleitet, die das Thema „Gewalt und Heilung“ aufgreifen. Die Vorträge werden auch dieses Jahr wieder von Schülern des Max-Plack-Gymnasiums mit verschiedenen Impuls-Beiträgen eingeläutet.

Formen von Gewalt

„Die Passionsgeschichte Jesu konfrontiert uns mit ganz unterschiedlichen Formen der Gewalt“, erläutert Pfarrerin Cornelia Zeißig, die „Manchmal sehe ich ROT“ federführend konzipiert hat. Bei der Ausstellung seien auf drei Ebenen des Kirchengebäudes ganz unterschiedliche Arbeiten zu sehen, „die uns in einer großen Vielfalt Zugänge zu diesem Thema ermöglichen“.

„Der Gründungsmythos der Aggression ist eben Kain und Abel“, erläutert Gerum. Schon lange habe sie eine Arbeit über die Geschichte machen wollen, erzählt die Münchner Künstlerin. Ihre Idee sei gewesen, dass man sich „einerseits mit dieser Urgeschichte konfrontiert sieht“; andererseits sei „ein Schleier der Aggression, der uns umgibt“ immer vorhanden. Diesem „immer Vorhandenen des Bedrohtseins und der von jedem Einzelnen ausgehenden Bedrohung“ wolle sie eine Form geben. Bei der Vernissage am 8. März, 19 Uhr, spricht Kunsthistorikerin Ursula Dann mit Gerum, Bezirkskantor Tobias Martin musiziert. Zwischen dem 14. März und 4. April finden jeden Donnerstag um 19 Uhr Vorträge statt – am 21. März und 4. April folgt darauf um 20 Uhr eine Passionsandacht. Dank der Sponsoren sei es auch dieses Jahr wieder gelungen, das Projekt zu finanzieren, ohne Eintritt zu nehmen müssen, so Helmuth Morgenthaler, Vorsitzender des Förderkreises Friedenskirche. Geöffnet ist die Ausstellung donnerstags von 16 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 15 Uhr. Die Gottesdienste zur Reihe finden zwischen 10. März und 7. April sonntags um 10 Uhr statt.