Ludwigshafen

Innenstadt Bau- und Grundstücksausschuss sowie Ortsbeiräte bewilligen Pläne zur Luftreinhaltung / Teil des Masterplans Green City

Fahrradstreifen für Heinigstraße

Archivartikel

Ludwigshafen.Im Kampf gegen überhöhte Stickoxid-Werte in der Heinigstraße will die Verwaltung mit einigen kurzfristigen Maßnahmen Abhilfe schaffen. Dafür soll eine der beiden Fahrspuren in Richtung Süden zwischen Benckiser- und Kaiser-Wilhelm-Straße gestrichen werden. An ihrer Stelle wird dort künftig ein Fahrradstreifen verlaufen, wie Verkehrsplaner Thomas Lappe gestern bei einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und Grundstückausschusses mit den Ortsbeiräten Südliche und Nördliche Innenstadt berichtete. Daneben wird die Ampelschaltung an vier Kreuzungen verändert, damit weniger Autofahrer die Hauptverkehrsader befahren. Die Fraktionen in den Gremien bewilligten die Pläne mit großer Mehrheit.

„Ziel ist es, die Straße zur Vermeidung von Fahrverboten zu entlasten“, so Lappe. Rund 30 000 Autos fahren nach seinen Angaben derzeit täglich durch die Heinigstraße, 50 Prozent davon seien reiner Durchfahrtsverkehr. Dieser soll nach Möglichkeit in die parallel verlaufende Lorientallee verlagert werden, die Stand heute nur ein Drittel der Belastung zu bewältigen hat. „Durch die offenere Bebauung ist die Lorient-allee gut durchlüftet und die Schadstoffe können besser abziehen“, erklärte Lappe. In der Heinigstraße dagegen wird der Stickoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm seit Jahren überschritten, 2017 lag die Konzentration bei 44 Mikrogramm.

Beginn bis Ende Juni

Es besteht also akuter Handlungsbedarf. Bis Ende Juni muss mit den Maßnahmen begonnen werden, um auf Fördergelder des Landes zugreifen zu können. Die Regierung in Mainz hatte Kommunen mit hohen Schadstoffwerten je eine Million Euro für Soforthilfeprogramme in Aussicht gestellt. Die Vorhaben zur Entlastung der Heinigstraße kosten voraussichtlich 210 000 Euro. Für eine Übernahme müssen sie bis Jahresende abgeschlossen sein, wie Lappe berichtete.

Um den Verkehr effektiv umzuleiten, werden auch an den Zufahrten aus der Sumgaitallee sowie aus der südlichen in die nördliche Heinigstraße jeweils eine von zwei Fahrspuren entfernt (siehe Grafik). Gleiches gilt für den Übergang von der Industriestraße in die Bürgermeister-Grünzweig-Straße. „Dadurch sollen Autofahrer durch die Rohrlachstraße auf die Lorientallee geleitet werden“, erklärte Lappe.

Von den Fraktionen gab es überwiegend positive Rückmeldungen. Udo Scheuermann (SPD), der grundsätzlich Handlungsbedarf sieht, bemängelte jedoch, dass die Schadstoffe durch das Vorhaben im Stadtgebiet lediglich umverteilt würden. „Außerdem ist zu befürchten, dass durch die Straßenverengung der Verkehrsfluss gestoppt wird. Dadurch würde man eher das Gegenteil von dem erreichen, was man will.“

Dem widersprach Christoph Heller (CDU), Ortsvorsteher der Südlichen Innenstadt. „Ich bin von dem Ansatz begeistert, den Verkehr umzuleiten“, betonte er. „Das kann helfen, dort bessere Werte zu erreichen, wo man sie braucht.“ Die Belastung bestehe ja nicht im gesamten Stadtgebiet, sondern lediglich an neuralgischen Punkten. „Und die Überschrift der CDU war immer: Alles, nur keine Fahrverbote.“ Auch Hans-Uwe Daumann (Grüne) bewertete die Maßnahmen positiv. „Sie könnten Wirkung zeigen. Und das haben die Menschen, die dort wohnen, auch verdient“, sagte er. Gegenwind kam einzig von Sabine Gerassimatos (Linke). „Uns gehen hier einige Dinge noch nicht weit genug“, betonte sie.

Neben den Maßnahmen für die Heinigstraße bewilligten die Gremien auch die Aufrüstung des Verkehrsrechners sowie die Erarbeitung eines umweltorientierten Verkehrsmanagements für insgesamt 380 000 Euro. Alle Maßnahmen sind Teil des Masterplans Green City. Wie bereits mehrfach berichtet, sind darin zahlreiche Vorhaben zur Verbesserung der Luftqualität in Ludwigshafen gebündelt – etwa die Anschaffung von 26 Elektroautos, die Aufrüstung von Bussen mit Hybrid-Modulen sowie der Ausbau des Fahrradvermietsystems.