Ludwigshafen

Friesenheim Arrivierte Bahnrennfahrer und talentierte Nachwuchskräfte messen sich bei Sixdays-Night

„Faszinierender Sport von Weltniveau“

Archivartikel

Ludwigshafen.Es war ein Tag von Überraschungen und Überzeugungen auf der Rennbahn in Friesenheim. Denn auch, wenn die Sixdays-Night in Ludwigshafen nicht mehr jenes Massen-Event ist, das früher bis zu 10 000 Radsportbegeisterte an das Beton-Oval lockte: Tradition und Niveau vermengen sich noch immer zu einem Erlebnis der Extraklasse. Einem Erlebnis, wie es hunderte Zuschauer bei regelrechtem Bilderbuchwetter in vollen Zügen genießen. Traditionsbesucher Harald Krebs spricht da für viele, als er erzählt, dass er diese „hoch energetische Disziplin“ mit all ihrer Spannung in Ludwigshafen lieben gelernt habe: „Was hier geboten wird, ist faszinierender Sport von Weltniveau.“

Olympiasiegerin am Start

Was in Friesenheim tatsächlich nicht übertrieben ist: Allein mit Miriam Welte sitzt eine Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin im Sattel – und auch an Stars aus Belgien und Dänemark herrscht hier kein Mangel. Zumal sich die Sportler auf der 333,3 Meter langen Bahn mit tollen Leistungen empfehlen. Bereits am Nachmittag macht die Jugend beim Derny-Rennen der U13 auf sich aufmerksam. Wo das Derny sonst als motorisierter Schrittmacher für Geschwindigkeitsrennen dient, sind bei den Jugend-Sprintern echte Profis im Einsatz, die mit ihrem Schützling Tempo machen – und die Talente so auf die zukünftigen Wettkämpfe vorbereiten. Was dem jungen Len Sohnsmeyer mit seinem Tempomacher Tim Schlichenmaier souverän gelingt. Zwischen dem Siegerduo und den Zweitplatzierten liegen 200 Meter.

Doch auch, wenn die Abstände bei den folgenden Rennen deutlich kürzer waren: Über zu wenig Tempo konnte sich hier keiner der Gäste beschweren. Im Rundenrekordfahren der Profis brannten die Routiniers Moritz Augenstein und Achim Burkart einen furiosen Sieg in den Asphalt – aber auch und gerade drei Youngster machten bei den Sixdays besonders auf sich aufmerksam.

Zu allererst ist hier Henric Hackmann zu nennen, der sich bei den Sprintern nicht nur im direkten Duell mit Star-Sportlerin Miriam Welte den Sieg sicherte, sondern die Gegnerin auch im Rundenrekordfahren mit 19,61 Sekunden und eineinhalb Zehntelsekunden Vorsprung distanzierte. Aber auch der Offenbacher Luca Spiegel ließ sich seinen Triumph nicht nehmen, behielt beim Kampfsprint die Nerven – und verbuchte so das gute Ende für sich.

Auch für die Radsportfans aus der Region gibt es Hoffnungsschimmer. Neben Alexander Obert, der sich für den RSC Ludwigshafen mit Teamkollege Tim Gebauer die Ehre gab, ist hier vor allem der 17-jährige Mannheimer Moritz Czasa vom RRC Endspurt zu nennen. Dem „MM“ sagte der Deutsche Meister im Madison der U17-Fahrer von 2018, er wolle in Ludwigshafen erst einmal mithalten – doch beim Jagdrennen behauptete sich das Talent bis zur Schlusskurve an der Spitze und musste erst auf den letzten Metern abreißen lassen. Humorvolle Kuriositäten wie der Ballustraden-Sprint rundeten einen Tag ab, auf den Organisator Hermann Ballosch nicht nur sehr zufrieden blicken durfte, sondern der mit dem 120 Runden-Finale der Zweier-Teams auch packend sein Ende fand.

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