Ludwigshafen

Jubiläum VSK Ludwigshafen-Niederfeld feiert 100. Geburtstag

Feicks Rhönrad machte den Klub bekannt

Ludwigshafen.Der Gründungsvorsitzende Otto Feick (1890-1959) des VSK Ludwigshafen-Niederfeld hat vor rund einem Jahrhundert deutsche und internationale Sortgeschichte geschrieben. Jetzt feiert sein Klub sein 100-jähriges Bestehen – mit einem dreitägigen Jubiläumsfest vom 6. bis 8. September auf seinem Gelände am Heuweg im Westen der „Großen Blies“.

Der aus dem kleinen westpfälzischen Reichenbach-Steegen stammendeFeick war Eisenbahner und Gewerkschaftler. Von 1914 bis 1923 lebte er in der Gartenstadt. Mit 29 Jahren wurde er am 7. September 1919 zum ersten Vorsitzenden des „Vereins für Volksgesundheit“ gewählt. In seiner Ludwigshafener Zeit bastelte er ein Sportgerät, das heute als „Rhönrad“ sogar Weltmeisterschaften erlebt. Unter der Nr. 442057 wurde seine Erfindung am 8. November 1925 patentrechtlich geschützt. Heute gibt es an mehreren Orten Gedenkstätten für dieses ungewöhnliche Feick’sche Sportgerät, das aus zwei großen Reifen mit sechs verbindenden Sprossen besteht.

Fußballer abgemeldet

Bei den Jubiläumstagen im September wollen die Niederfelder mit einer Rhönrad-Ausstellung und Vorführungen ihres Gründungsvorsitzenden gedenken, der seine Schöpfung „Rhönrad“ taufte, weil er 1923 in die Heimat seiner Frau Pauline in der hessischen Rhön umsiedeln musste: Die französischen Besatzer hatten ihn aus der Pfalz ausgewiesen.

Ohne Feick wäre der VSK Niederfeld, der 1933 von den Nationalsozialisten verboten und erst 1949 wiedergegründet wurde, ein Verein ohne jeden Bekanntsheitsgrad. Denn sportlich standen die Niederfelder stets im Schatten der erfolgreicheren Ludwigshafener Konkurrenz. Schlagzeilen machten sie allerdings zuletzt, als sie ihre Fußballer beim Verband abmeldeten, die sich in der Kreisliga und Kreisklasse einen umrühmlichen Ruf als unsportliche Störenfriede erworben hatten. „Wir haben 2018 einen Schlussstrich gezogen,“ sagte der VSK-Vorsitzende Daniel Blind.

Das hatte es bis dahin nie gegeben, denn Vorsitzende wie der 43 Jahre lang von 1952 bis 1995 amtierende Otto Thiele, Nachfolger Bernd Beiersdörfer (1995-2003) oder Norbert Kimpel (2003-2017) achteten darauf, dass der kleine Verein mit rund 300 Mitgliedern nicht in Verruf geriet. Kimpel schuf sogar ein neues attraktives „Aushängeschild“ im Winter mit dem „Schwedenfeuer“, das regelmäßig Schaulustige aus der ganzen Region anlockt. Heute gibt es beim VSK Niederfeld überwigend Handballer im Ligabetrieb oder Bouler, die eine eigene Anlage nutzen können. 

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