Ludwigshafen

Maudacher Bruch Vortrag und Exkursion zur Europäischen Nacht der Fledermaus

Flugtiere bleiben am Ehrentag versteckt

Ludwigshafen.„Fledermäuse haben ein Problem“, fasst Klaus Eisele die Situation für die fliegenden Säugetiere zusammen. Auch wenn es 32 Arten in Rheinland-Pfalz gibt und elf davon in Ludwigshafen nachgewiesen sind, wie Eisele in seinem Vortrag ausführt, sind viele davon bedroht. „Wir wollen die Natur den Menschen wieder näherbringen“, lautet seine Botschaft anlässlich der Europäischen Fledermausnacht. Etwa 45 Besucher kamen in die Vogelstation im Maudacher Bruch, um sich in dieser speziellen Nacht über die Tiere zu informieren.

Mit Schnakenspray und Taschenlampe waren die an Fledermäusen interessierten Besucher praktischerweise ausgestattet, sowie mit langer und hautdeckender Bekleidung. Und das Interesse an den Fledermäusen war so groß, dass die Gäste kaum in die kleine Hütte der Vogelstation passten. Fledermäuse sind „dem Menschen näher als den Mäusen“, wie der Imker und Naturschützer Eisele erklärte. Er reichte dazu Abbildungen der Skelette von Mensch und Fledermaus herum.

Weibchen ziehen Junge groß

Und er zeigte dem interessierten Publikum auch präparierte Fledermäuse, die er bei seinen Rundgängen tot aufgefunden hat: „Die sind nicht sehr groß, aber sehr effektiv.“ Eisele sprach über Biologie, Lebensweise, Jagdverhalten und insbesondere auch von den Bedürfnissen der Federmäuse. Das Hauptbedürfnis sei die Rücksichtnahme durch den Menschen, denn, so Eisele, „alle Fledermäuse sind bedroht“. Fledermäuse sieht man nicht und hört sie nicht: „Wenn wir schlafen gehen, fangen sie an, sich zu bewegen.“

„Fledermäuse sind das einzige fliegende Säugetier, das lebend gebärt“, erklärt Eisele. Und: „Fledermäuse mögen es eng und kuschelig.“ In der sogenannten Wochenstube werden die Jungen großgezogen, das ist einzig die Aufgabe der Weibchen. Und in solchen Domizilen häuft sich der Kot der Fledermäuse. Der sei biologisch gesehen der beste Dünger der Welt und schon ganze Kirchtürme seien mit den Hinterlassenschaften der Flugtiere saniert worden, berichtete der Experte. Immer Ende Juli fängt die Schwarmzeit an, wenn die Fledermäuse sich einen neuen Partner suchen. Dann fliegen sie aus und sind durchaus in der Dämmerung zu sehen.

Nach einem interessanten Vortrag und zwei spannenden Filmen begaben sich die Besucher mit Ultraschalldetektoren hinaus in den Maudacher Bruch und machten sich auf die Suche nach Fledermäusen am Himmel. Doch keine einzige war in der Nacht auszumachen, weder sichtbar am Abendhimmel noch hörbar mit den Errungenschaften der Technik. „Vor zwei Wochen hatten wir hier noch Dutzende Fledermäuse am Himmel“, wie Eisele erklärte. Doch die Europäische Nacht der Fledermaus haben diese wohl woanders gefeiert, definitiv aber nicht im Maudacher Bruch.

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