Ludwigshafen

Wilhelm-Hack-Museum Jungen und Mädchen aus Partnerstadt Lorient in Ludwigshafen zu Gast

Französische Kinder erleben Weihnachtszeit

Archivartikel

Ludwigshafen.Seit 1996 gibt es schon den besonderen Austausch zwischen Ludwigshafen und der Partnerstadt Lorient, dieser heißt Noël en Allemagne – Weihnachten in Deutschland – und findet zwischen Weihnachten und Neujahr statt. 30 französische Kinder im Alter von neun bis elf Jahren kamen in diesem Jahr in die Chemiestadt, begleitet wurden sie von vier Betreuern.

Der Empfang wurde im Wilhelm-Hack-Museum organisiert, in dem es an diesem Tage gar nicht so leise zugeht wie an einem typischen Museumstag. Auf das „Allo“ ihrer Betreuer reagierten die Kinder aus Lorient einstimmig mit „J’écoute“, ein Begrüßungsritual, das Spaß macht und bei dem man die Aufmerksamkeit sofort auf seiner Seite hat. Außer den 30 Jungen und Mädchen aus Lorient waren noch 20 Kinder aus Ludwigshafen mit ihren Eltern dabei. Sie begleiten die Gäste bei einigen Unternehmungen und verbringen den Samstag mit ihnen in der Familie – eine gute Gelegenheit, die jeweilige Sprache des Gegenübers kennenzulernen. Gerne können auch Fragen geklärt werden wie: „Und wie feiert ihr Weihnachten? Habt ihr noch Feuerwerk an Silvester?“

Untergebracht sind die quirligen Besucher im Radsportzentrum Friesenheim. Dort muss jedoch niemand im Fahrradlager zwischen Schläuchen und Luftpumpen im Schlafsack schlafen, denn das Zentrum hat Zimmer zum Übernachten. Jeden Tag machen die Kinder Ausflüge, nicht fehlen darf Speyer mit einer Besichtigung des Doms und einem Besuch des Weihnachtsmarkts. Sonntags geht es ran an die Wissenschaft, dann steht das Technoseum in Mannheim auf dem Programm, allerdings mit einer kindgerechten Führung und ohne komplizierte Details.

Grüße von Jutta Steinruck

Veranstalter des Austauschs ist die Deutsch-Französische Gesellschaft mit Sitz in Hochdorf-Assenheim. Von dort waren auch die Gründer Monika und Claus zum Empfang gekommen. Hier begrüßte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD), die „Madame le maire“ die Gäste, Monika Schönbucher übersetzte auf Französisch. „Auch ich habe in eurem Alter an einem Austausch teilgenommen und war in einer französischen Familie“, sagte Steinruck, bevor sie Geschenke verteilte: die blaue Ludwigshafen-Logo-Tasse und ein Spiele-Set aus Holz. „Während meiner Zeit im Europaparlament konnte ich sehr gut Französisch, danach habe ich es kaum noch gesprochen. Man verlernt eine Sprache schnell.“

Auch eine Friedensbotschaft zur Weihnachtszeit gab die Oberbürgermeisterin den deutschen und französischen Besuchern noch mit auf den Weg: „Ich möchte, dass Deutschland und Frankreich sich nie wieder so hassen wie in vorherigen Generationen. Wenn sich die ganze Welt gegenseitig kennenlernen würde, gäbe es keine Kriege.“ Danach hatte ein alter Bekannter seinen Auftritt: der Zauberer Joki Bell und seine magischen Seile, die je nach Laune zwei Enden haben oder auch nicht. Mit dabei hatte er seinen „baguette magique“, doch wer nun an Brot denkt, liegt falsch, denn das ist die französische Bezeichnung für Zauberstab.

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