Ludwigshafen

Luitpoldhafen 5000 Besucher feiern an der Kammerschleuse / Jury zeichnet Gruppe der Kästner-Schule aus

Freude über eine Spaßregatta

Archivartikel

Ludwigshafen.Ungewöhnliche Schiffe sind am Sonntag im Luitpoldhafen unterwegs: Wie Tarzan bekleidet und auf einer schwimmenden Dschungelinsel mit Palme sitzend, eröffnet Christoph Heller die Spaßregatta. „Tarzan ist wieder da“, tönt es aus großen Boxen. Der Ortsvorsteher der Südlichen Innenstadt und seine Frau Bettina von der Interessengemeinschaft Süd haben sichtlich Spaß an dem großen „Kostümball“ zum Abschluss des dreitägigen Hafenfestes.

Während es bei der Paddelregatta am Samstag um Schnelligkeit ging, gewinnt bei der Spaß-Regatta am Sonntag das Boot, das nach der originellsten Idee selbst gebaut wurde. „Alles, was wichtig ist, spielt sich nicht auf der Bühne ab, sondern auf dem Wasser“, erklärt der Ortsvorsteher: Die Grundidee sei gewesen, im Gegensatz zu den zahlreichen Kerwen im Stadtgebiet ein reines Hafenfest zu veranstalten. Viele Vereine beteiligten sich daran. 5000 Besucher, nicht nur dem Stadtteil Süd, sind gekommen.

Ein Kanadier-Rennen mit 22 und ein Elite-Rennen mit 16 Teilnehmern fanden am Samstag statt. Mit von der Partie waren zwölf Paddelprofis aus der deutschen Meisterliga wie Björn Barthel und der Europameister Marcel Blum. „Wie schnell man paddelt, hängt unter anderem davon ab, wie schnell die Paddelschläge aufeinanderfolgen. Trainer beurteilen, ob die Anzahl der Schläge im Verhältnis zur Geschwindigkeit stehen. Es gilt, nicht nur schnell zu paddeln, sondern die Schläge auch richtig zu nutzen, um das Boot anzutreiben“, erzählt ein Ludwigshafener.

„Stärkt das Wir-Gefühl“

Die Spaß-Regatta am Sonntag war dagegen „reine Gaudi“. Bettina Heller, die als Vereinsvorsitzende der Interessengemeinschaft LU-Süd mit Ehemann Christoph das riesige Fest mitveranstaltet, moderiert die Spaßwettfahrt auf der stillgelegten Kammerschleuse. „Jeder kann kommen, mit was er will“, sagt sie. 22 Boote schwimmen im Hafenbecken, als sie den Startschuss gibt. Sie ruft die Teilnehmer auf, mit den Spaßbooten durch den Luitpoldhafen zu fahren und sich den Besuchern zu zeigen, die dicht gedrängt entlang der Kaimauer stehen und sitzen.

Die Pfadfinder der Herz Jesu-Gemeinde fahren mit einem Kanu durchs Hafenbecken und ziehen aufblasbare Flamingos hinter sich her. Ihr Motto: Der Weg ist das Ziel. Azubis der Sparkasse sind auf großen Schlauchbooten unterwegs, dekoriert mit Hunderten von Luftballons in den Sparkassen-Farben. Sie haben 500 Quietscheentchen mit an Bord, erklärt Bettina Heller über ihr Mikrofon. Das Floß des Teams der Technischen Werke ist mit Fahrradantrieb konstruiert – vier Radler treiben es übers Wasser.

Der Karnevalsverein Rheinschanze hat sein Boot mit zwei Badewannen gebaut. Auch wenn das karibische Piratenschiff mit der Räuberprinzessin an Bord, das Guggemusikboot der Huddelschnuddler und das mit Wassertanks gebaute Schiffsbruch-Floß mit Tiger der Anne-Freud-Schule besonders einfallsreich sind – am Ende setzt sich die Erich-Kästner-Schule mit dem Motto „Tanzschule Anno 1910“ durch. Ausschlaggebend für die vier Juroren sei die Tanzperformance der Schüler auf dem Anlegesteg gewesen, bevor sie in ihr Paddelboot gestiegen seien.

„Es ist gut, dass Ludwigshafen endlich ein Fest am Rhein hat, die die Menschen an den Fluss bringt“, sagt die Besucherin Monika Grund: „Ich genieße die Atmosphäre, die gute Musik und das Feuerwerk. Das Fest steht für den Zusammenhalt der Vereine und stärkt das Wir-Gefühl.“

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