Ludwigshafen

Kultur Veranstaltung auf Schiff unter dem Motto „Piraten entern die Flusslandschaften“

Gedichte, Theater und Punkmusik

Archivartikel

Ludwigshafen.Zum zweiten Mal lud Bernhard Wadle-Rohe von der Künstlerinitiative Buero für angewandten Realismus zu einer Bootsfahrt auf dem Rhein ein. Die Fahrt unter dem Motto „Piraten entern die Flusslandschaften“ auf dem Ausflugsschiff „Kurpfalz“ fand im Programm des Ludwigshafener Kultursommers statt, startete jedoch in Mannheim am Cahn-Garnier-Ufer, weil an der Anlegestelle in Ludwigshafen die Ausflugsschifffahrt erst wieder belebt werden muss. „2018 waren 180 Leute an Bord, da wurde es ziemlich eng. Dieses Jahr sind es nur 150“, so der Veranstalter.

Auftritt auf allen Decks

Wer wollte, konnte als Pirat verkleidet kommen, gerne mit rotem „Blut-Stirnband“, wie auf der Einladung beschrieben. Auf der „Kurpfalz“ wurde die rote Flagge gehisst, und los ging die Fahrt – nicht in die Karibik, sondern nach Worms. Margit und Joachim Romeis mit Geige sangen und spielten Seemannslieder und rezitierten Ringelnatz-Gedichte. Zu ihnen gesellte sich Bernd Köhler an der Gitarre. „Jan und Hein und Klaas und Pit, die haben Bärte, die fahren mit“, oder das Shanty „What Shall We Do With the Drunken Sailor?“ sorgten für Stimmung, da das Publikum eifrig mitsang. Damit sämtliche Besucher das Programm mit anhören konnten, spielte das Trio auf allen Decks.

Zwischendurch hatte Fritzi Ritter mit ihrer Ukulele einen Kurzauftritt mit Popsongs. Während der Fahrt konnten die Gäste einen Blick auf den Hafen von Mannheim, die Neckarspitze und auf die BASF werfen, denn auch Industriekultur hat ihren Charme. Ab Frankenthal glich die Landschaft eher dem Auenland, alles schön grün. „Wir waren im vergangenen Jahr auch schon dabei, und weil es so schön war, dieses Jahr gleich nochmal. Dass so viele Leute gebucht haben, zeigt den enormen Bedarf an solchen Veranstaltungen. Zudem darf man nicht unterschätzen, wie aufwendig die Organisation ist“, sagte Eleonore Wilhelm. „Wir sind mit derselben Runde wie im letzten Jahr an Bord und haben viele bekannte Gesichter gesehen“, meinte Bernd Wohlfahrt. „Das schöne daran ist, dass es keine Schicki-Micki-Veranstaltung ist, sondern eine sehr familiäre“, fügte Maria hinzu.

Die „Kurpfalz“ fuhr bis Worms und wendete am Hagen-Denkmal. Auf dem Rückweg gab es was auf die Ohren: Die Punkband Gentlemetal, bestehend aus Jungs, deren Väter bereits Punks waren, ließ es krachen. Danach spielten Wadle-Rohe und Schauspieler Limeik Topchi den Zuschauern auf Deck Hamlet vor – zumindest einen Auszug. Die bunte Zusammenstellung des Programms kam gut an, und an der Kurpfalzbrücke gingen die Besucher mit zufriedenen Gesichtern an Land. Kge

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