Ludwigshafen

Lesung „Die Alkoholraffinerie“ in der Spritfabrik Ludwigshafen

Gehaltvolle Milieustudie

Archivartikel

„Wenn man beim Lesen dieses Buches in die 1960er Jahre in Ludwigshafen zurückversetzt wird, merkt man, dass die oft pauschal benutzte Aussage ,Früher war alles besser’ in Ludwigshafen nicht stimmt.“ Das sagt Mathias Berkel, Geschäftsführer der Berkel AHK-Firmengruppe. In der Tat: Die szenische Lesung zum Roman „Die Alkoholraffinerie“ von seinem Vater Dieter Berkel zeichnet ein schummriges, von hochprozentigem Dunst verhangenes Lokalbild vergangener Tage.

1966 ist das Buch erschienen, das als augenzwinkernder Krimi, Milieustudie und Psychogramm aufgeführt wird: Ein Zollkommissar ermittelt in einem rätselhaften Fall: Mitarbeiter der Raffinerie verdienen sich mit Alkoholdiebstahl ein Zubrot – offenkundig unter Duldung der Geschäftsleitung. Die Lesung bereitet ein ungewöhnliches Erlebnis: Sie findet in der Leerguthalle der Berkel AHK statt. Die Tochter des Autors, Susanne Berkel, liest, Boris Ben Siegel vom Mannheimer Theater Oliv (auch: Dramaturgie) und Schauspieler Uwe von Grumbkow spielen Szenen, Jochen Bauer und Gerhard Schwinn begleiten mit Saxofon und Gitarre; eine künstlerisch gelungene Kombination. mav