Ludwigshafen

Jugendkirche Ostergottesdienst lädt zum Mitmachen ein

Gemeinsam den „Auf-Bruch“ gewagt

Archivartikel

Ludwigshafen.Zu Beginn des Gottesdienstes in der Protestantischen Jugendkirche benannten Kinder und junge Erwachsene zwischen elf und 27 Jahren ihre Ängste und Probleme: „Meine Eltern haben sich getrennt, ich habe jetzt zwei Zuhause,“ oder: „Ich werde gemobbt, man hat mich vor der gesamten Klasse bloßgestellt.“ Auch im Studentenalter hören die Probleme nicht auf: „Ich habe mein Studium verbockt, da ich das falsche Fach gewählt habe. Wie sage ich’s meinen Eltern?“

Das Motto der Osternachtsfeier lautete „Auf-Bruch“ und sollte deutlich machen, dass vor einem Neuanfang ein Bruch mit dem vorher Geschehenen steht. „Wir alle kennen Situationen, in denen wir gescheitert sind. In jeder Biografie gibt es Brüche. Wir wären gerne glänzend und makellos, doch das schaffen wir nicht“, sagte Jugendpfarrerin Florentine Zimmermann. „Aber wir stehen uns selbst im Weg, wenn wir nicht wagen, weiterzumachen.“

Eigens formierte Band

Anhand von schwarzen Papierbögen, die zerrissen wurden, durften die Teilnehmer Brüche in ihrem Leben darstellen. Die Fragmente wurden auf eine Plexiglasplatte geklebt, die im Anschluss von hinten angestrahlt wurde. So wurde aus den Brüchen schließlich ein Mosaik. Zwischendurch spielte die Band, die sich extra für die Osternachtsfeier zusammengefunden hatte, geistliche Lieder, aber auch Songs wie „Under The Bridge“ von den Red Hot Chili Peppers oder „Come As You Are“ von Nirvana.

Das Konzept kam gut bei den Kindern und Jugendlichen an. „Ich bin mit meiner großen Schwester hier. Ich finde das Programm unterhaltsam, außerdem gefällt mir das Gemeinschaftliche“, sagte die zehnjährige Lena. Viele Besucher waren angehende Konfirmanden. „Als ich von der Osternacht in der Jugendkirche gehört habe, wollte ich mich überraschen lassen und schauen, wie es hier ist. Ich finde es gut, dass man aktiv mitmachen kann“, so die 14-jährige Konfirmandin Alexandra.

Mit einer Konfi-Gruppe war Vikar Marcel Spitz aus der Gartenstadt gekommen. Auch sie standen mit ihrer „gebrochenen Biografie“ an, um das Papier auf die Plexiglasscheibe zu kleben. „Diese Osternacht finde ich eine gute Idee, sie spricht die Jugendlichen auf besondere Art und Weise an“, sagte der Vikar. Kge