Ludwigshafen

Friesenheim Am ersten Hofflohmarkt beteiligen sich 114 Privatleute / „Mit Nachbarn mal ins Gespräch kommen“

Großer Zuspruch bei Premiere

Archivartikel

Ludwigshafen.Auffallend viele Leute unterwegs, mit und ohne Kinderwagen, überall Luftballons an Hofeinfahrten und bunt bemalte Wegweiser – für manchen Auswärtigen hat Friesenheim an diesem Tag einen recht merkwürdigen Eindruck gemacht. „Ganz schön viele Kindergeburtstage hier“, so ein Kommentar. Ein paar Meter weiter dann des Rätsels Lösung: „Hofflohmarkt“, ist auf einem Schild zu lesen. Dahinter hocken zwei Jugendliche auf Barhockern vor einer Garage. Auf Tischen ist allerhand Nippes zu sehen, aber auch ausgediente Spielsachen und Stofftiere. „Ist für einen guten Zweck“, meint die Tochter des Hauses – will heißen, für die eigene Tasche, denn die nächste Anschaffung will finanziert werden. Profitiert hat sie von der zeitgleichen Eulenkerwe, die in ihrer Straße für viel Laufkundschaft sorgte.

Mit insgesamt 114 angemeldeten Teilnehmern waren die Organisatoren des ersten Friesenheimer Hofflohmarkts mehr als zufrieden. „Die ersten Rückmeldungen waren sehr positiv“, berichtete Jenny Hoock. „Viele wollen auf jeden Fall wieder mitmachen – selbst die, die eher abseits waren und nicht so viel verkauft haben.“ Wichtig sei vielen die Atmosphäre gewesen und mal mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen, so die 47-jährige Sozialpädagogin.

Viele Anfragen für 2019

Auf die Idee für die Aktion kam sie mit Freundinnen bei einem Besuch in Bobenheim-Roxheim. Tipps habe sie sich aber auch in der Mannheimer Neckarstadt geholt, wo das Konzept ebenfalls erfolgreich umgesetzt wurde. Etwa sechs Wochen vor dem Termin fing das ehrenamtliche Organisationsteam mit der Werbung an. Sie erstellte eine Facebookseite, druckte 2000 Flyer in Postkartengröße und verteilte sie überwiegend als Posteinwurf in Friesenheim.

Ferner ließen die Initiatoren 50 Plakate drucken und in Geschäften aushängen. Auch die Lokalzeitungen wiesen auf die Veranstaltung hin. Die Resonanz war beachtlich.

Interessierte, die am Wochenende nicht konnten, wollen im nächsten Jahr dabei sein. Aus anderen Stadtteilen kamen Anfragen, ob man nicht auch dort einen farbenfrohen Basar mit vielen kleinen Ständen in der Nachbarschaft haben könne. Manche wussten sich aber zu helfen: Zwei Paare aus dem Hemshof bauten ihren Stand am Kiosk gegenüber der Friedenskirche auf, wo bereits andere standen.

Eine ehemalige Inhaberin einer Zoohandlung verkaufte dort Hundeleinen, Spielzeug und Leckerli. Gleich daneben hatte ein Mann spontan einen Tapeziertisch voll mit Security-Bedarf und Outdoor-Ausrüstung aufgebaut. Die Stimmung war gut.

Ein Sammler suchte alte Kameras. Auch nach einem Terrarium wurde gefragt, was dann doch etwas zu speziell war. Zufrieden war aber jeder, denn auch untereinander wurde verkauft. Nach dem guten Zuspruch heißt es nun für die Organisatorinnen: „Nach dem Hofflohmarkt ist vor dem Hofflohmarkt.“ Die Frage ist nur noch, wie oft.