Ludwigshafen

Ruchheim Kriminalitätsbericht vorgelegt / Ortsbeirat sorgt sich um Entwicklung wegen Amazon-Ansiedlung in Frankenthal

Grüne: Verkehrsaufkommen beschönigt

Ludwigshafen.Die Kriminalitätsstatistik wurde fast zur Nebensache in der Sitzung des Ortsbeirats Ruchheim. Aktuellere Probleme wie die Neuansiedlung des Amazon-Logistikzentrums im Gewerbegebiet "Im Römig" auf Frankenthaler Gemarkung und die damit zu erwartende Verkehrsbelastung beschäftigten die Mitglieder des Gremiums weit mehr.

Dabei hatte der Leiter der Polizeiwache Oggersheim, Ralf Limbach, erfreuliche Nachrichten: "In Ruchheim ist so viel Kriminalität nicht", sagte er sichtlich zufrieden. Im Vergleich der Jahre 2016 und 2017 habe es sogar einen deutlichen Rückgang gegeben: von 131 auf 81 Fälle. Die Tendenz aus anderen Vororten setze sich damit auch in Ruchheim fort.

Nach Angaben Limbachs sei die Zahl an Hoheitsdelikten wie Körperverletzung oder Raub mit zehn gleich geblieben. Diebstähle seien von 28 auf zwölf zurückgegangen, Wohnungseinbrüche von 55 auf 28 und Sachbeschädigungen von 21 auf 18. "Wir konnten gegen reisende Banden mit einer Einsatzgruppe gute Erfolge erzielen", lautete seine Begründung für den Rückgang.

Ob die Stadt die Angaben eines Verkehrsgutachtens zu dem Frankenthaler Gewerbegebiet "Im Römig" zurückgehalten habe, wollten die Mitglieder der Grünen-Ortsbeiratsfraktion in einer Anfrage wissen. Der dortige Investor hatte ein eigenes Gutachten vorgelegt, das nach Ansicht der Grünen das Verkehrsaufkommen beschönigt. Die Stadt bekräftigte schriftlich, nichts von einem anderen Gutachten zu wissen, gab aber an, vorsorglich ein eigenes Gutachten beauftragt zu haben. Sollte es neue Erkenntnisse geben, werde man reagieren. Auch, dass der Investor plane, in der Weihnachtszeit zusätzliches Personal einzustellen - und damit noch mehr Verkehr zu erzeugen -, habe man seitens der Stadt nicht gewusst. "All das kann man sich aus dem Ratsinformationssytem der Stadt Frankenthal holen", so der Vorwurf der Grünen.

Konzept zu Friedhöfen steht aus

Vorgestellt wurde zudem ein Sachstand zu den Friedhöfen. Weiterhin nicht in Arbeit sei ein Gesamtkonzept, sagte Grünplaner Horst Senk. Die Tendenz sei aber eindeutig: weg von Erd- und Urnengräbern, hin zu pflegefreien Gräbern. Da Personal fehle, konnte das Konzept bislang nicht erstellt werden. Bis dieses endlich komme, so der Ortsbeirat, solle der Zustand auf dem Friedhof wenigstens ordentlicher werden.

Im Streit um die Denkmalversetzung in den öffentlichen Raum stünden noch Gespräche an. Die Genehmigung sei da, so Ortsvorsteherin Heike Scharfenberger. Ansonsten habe sie keinen neuen Sachstand.