Ludwigshafen

Justiz Ermittlungen zu Oppauer Gasexplosion von 2014 schreiten nur langsam voran

Gutachten bis Ende März

Frankenthal/Ludwigshafen.Während vor dem Landgericht Frankenthal der Prozess um die tödliche BASF-Explosion vom Oktober 2016 läuft, zeichnet sich bei den Ermittlungen zu einem anderen Ludwigshafener Unglück ein Fortgang ab. Dabei geht es um die Explosion einer Gashochdruckleitung vor fast viereinhalb Jahren zwischen den Stadtteilen Oppau und Edigheim, bei der zwei Menschen starben und 22 verletzt wurden.

Ein bereits 2016 in Auftrag gegebenes Gutachten zur Stabilität der Leitung wird „zeitnah“ erwartet, wie der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, dieser Zeitung sagte. Der Sachverständige habe zugesagt, es bis Ende März zu übermitteln. „Und wir haben die Hoffnung, dass das klappen wird.“ Das Gutachten hatte sich verzögert, weil der Experte auch mit der BASF-Explosion von 2016 befasst ist.

Die Gashochdruckleitung in Ludwigshafen – betrieben von der Kasseler Firma Gascade, einem Gemeinschaftsunternehmen von BASF und Gazprom – war am 23. Oktober 2014 bei Bauarbeiten explodiert. Laut Staatsanwaltschaft hatten Mitarbeiter einer hessischen Baufirma die Leitung im Auftrag der Pipeline-Betreiberin freilegen sollen und dazu mit einem Bagger eine Spundwand in den Boden gerammt – obwohl ihnen der genaue Verlauf der Leitung vermutlich nicht bekannt gewesen sei. Das Rohr wurde beschädigt. Es kam zur Explosion und einer großen Flamme.

Zwei Arbeiter gestorben

Zwei Mitarbeiter der Baufirma starben, viele Menschen wurden verletzt. Der Schaden ging in die Millionen. Die Staatsanwaltschaft ging von verletzter Sorgfaltspflicht aus und leitete Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Pipeline-Betreiberfirma und der Baufirma ein. Die Untersuchungen ergaben aber auch, dass die ursprünglich 8,8 Millimeter starke Wand der Pipeline wegen Korrosion stellenweise weniger als einen Millimeter maß. Der Sachverständige sollte deshalb herausfinden, ob das Gas auch beim bloßen Freilegen der Pipeline ausgetreten und das Unglück auch ohne Beschädigung der Leitung möglich gewesen wäre.

Auch nach Vorlage des erwarteten Gutachtens zum Unglück von 2014 wird bis zum Abschluss der Ermittlungen wohl noch etwas Zeit vergehen. Zunächst müsse die Staatsanwaltschaft das Gutachten bewerten, dann werde es den Beschuldigten und ihren Anwälten zugestellt, damit sie dazu Stellung nehmen könnten, sagte Ströber. „Selbst wenn wir es haben, wird es dauern, bis Schlüsse daraus gezogen werden.“ jar