Ludwigshafen

Soziales Freizeiteinrichtung für Menschen mit und ohne Handicap feiert 50-jähriges Bestehen

„Helden des Alltags“

Ludwigshafen.Kurzweilig hat der Club 86, der Freizeitclub für Menschen mit und ohne Behinderung, im Heinrich-Pesch-Haus sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Der Club 86 ist eine Vereinigung zur Förderung des partnerschaftlichen Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Behinderung. Einmal in der Woche treffen sich die knapp 40 geistig und mehrfach behinderten Clubmitglieder im Alter von 22 bis 66 Jahren in zwei Gruppen im Pesch-Haus jeweils dienstags- und mittwochsnachmittags. Eine Gruppe umfasst 18 Menschen mit Behinderung und bis zu acht haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, die gemeinsam spielen, diskutieren, basteln oder Ausflüge machen.

Kräftige Umarmung als Dank

Daniela Meiser, Leiterin des Clubs 86 seit 1998 und Referentin der Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Ordinariat der Diözese Speyer, begrüßte zahlreiche Ehrengäste. „Jeder hat seine eigenen Möglichkeiten und Einschränkungen“, sagte Meiser und stellte damit klar, dass keiner perfekt ist – mit und ohne Behinderung. „Der Club 86 ist ein Segensort. Danke, dass es euch gibt. Jeder hat seine Wegstrecke, und andere begleiten dies“, sagte Weihbischof Otto Georgens und wünschte für die nächsten 50 Jahre viel Glück und Gottes Segen.

Mit einer Rede und einer kräftigen Umarmung bedankte sich Clubmitglied Rainer Werling bei Daniela Meiser: „Wir freuen uns, in den Club zu kommen. Uns macht es Spaß!“ Richtig viel Spaß machte es allen, gemeinsam das Lied „Club 86 ist jetzt 50 Jahre“ auf die Musik von „Im Wagen vor mir“ von Henry Valentino zu singen.

Bei einer Zeitreise entführte Daniela Meiser die Jubiläumsgäste an die Anfänge vor 50 Jahren. Am 29. Januar 1970 trafen sich erstmals 86 lernbehinderte und nicht behinderte junge Menschen, um etwas gemeinsam zu unternehmen. Initiatoren waren der Schulpfarrer Herrmann Frohnhöfer und die Katechetin Inge Schmidt. „Vor 50 Jahren standen behinderte Menschen am Rande der Gesellschaft. Diese Art der Inklusion war damals ein bundesweites Novum“, machte Meiser deutlich. „Wie damals wollen die den Clublern einen Raum geben, in dem sie sich ihrer Behinderung nicht zu schämen brauchen“, so Meiser weiter. Ziel des Clubs 86 sei es, Menschen mit Behinderung die Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und religiösen Leben zu ermöglichen.

Die ersten Treffen fanden in der Pfarrei Heilig Kreuz statt, seit 1976 ist der Club 86 im Heinrich-Pesch-Haus beheimatet. Dessen stellvertretende Direktorin Ulrike Gentner sorgte für besonders große Freude, als sie 86 gelbe Luftballons mit den guten Wünschen der Jubiläumsgäste steigen ließ.

Andreas Massion, der auch den Club 86 leitete und jetzt Leiter der Ludwig-Wolker-Freizeitstätte ist, gratulierte zum Jubiläum und überreichte Meiser eine Holzschachtel zur Aufbewahrung der Erinnerungen für die nächsten 50 Jahre. Er lud den Club zum Ausflug auf die Parkinsel mit anschließendem Chillen in seiner Freizeitstätte ein. „Das sind unsere Helden des Alltags“ lobte CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Uebel den Club 86.

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