Ludwigshafen

Freizeit Tausende Tier- und Naturliebhaber in Rheingönheim erwartet / 30 Aktionen im Programm

Hexen, fühlen, lernen – Erlebnistag im Wildpark

Ludwigshafen.Zwischen Rheingönheim und Neuhofen liegt der Wildpark Ludwigshafen. Eine grüne Oase, weit weg von der Hektik der Stadt. Seit mehr als 50 Jahren können Besucher hier neue Pflanzenarten entdecken oder mit Dam- und Sikawild, Pfauen und anderen Tieren in Berührung kommen. Am Sonntag, 15. September, findet von 11 bis 18 Uhr der 16. Erlebnistag statt. Etwa 50 Mitarbeiter des Wirtschaftsbetriebes Ludwigshafen (WBL) und Ehrenamtliche haben in diesem Jahr ein Programm mit mehr als 30 Aktionen zusammengestellt.

Neu ist das Jonglieren auf Röhren („pipe-juggling“) oder eine Baumwipfelfahrt mit Kletterelementen. Wer sich mehr traut, kann mit dem Hubsteiger in 30 Meter Höhe fahren und den Wildpark jenseits von Baumkronen bewundern. Wieder dabei ist die Waldhexe Fabula. „Sie unterhält Grund- und Vorschulkinder bei einem Wildschwein-Sprachkurs. Da wird dann das ein oder andere Grunzgeräusch nachgeahmt“, sagt der Leiter des Wildparks Wolf Hoffmann. Auch bringt sie in der Hexenbesenflugschule kleinen Gästen bei, wie man anfliegt und landet und braut einen magischen Eintopf im Zauberwald.

Transfer mit Traktor

Auf Wissenstransfer wird in diesem Jahr besonders viel Wert gelegt: So erklären Umweltpädagogen die Schnittstelle zwischen Biologie und Technik – zum Beispiel, was der Lotuseffekt ist und wo die Natur vom Menschen kopiert wird. Während in einem Programmpunkt der Frage nachgegangen wird, was Bäume von der Krone bis zu den Wurzeln alles können, erläutert Lucy Zmuda von der Stadt, ob das Eichhörnchen ein Räuber oder ein Kuscheltier ist. Der Naturschutzbund (Nabu) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind mit Infoständen vertreten.

Ein Grund, den Wildpark zu besuchen, ist sicherlich auch der im Mai geborene Tarpan – einen Namen hat das Wildpferd noch nicht. „Und wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann Brot backen und es später verkosten“, sagt Horst Senk, Leiter des Bereichs Grünflächen und Friedhöfe des WBL. Für die Süße sorgt unter anderem Imker Klaus Eisele mit Honig. „Einige Bienenstöcke sind auch im Wildpark verteilt.“ Das Maskottchen Nico Nuss, Kinderschminken und Führungen zählen zu weiteren Aktionen.

Etwa 3000 Natur- und Tierliebhaber hätten vergangenes Jahr nach Angaben von Senk am Erlebnistag teilgenommen. Auch am Sonntag werden so viele Gäste erwartet. „Das Wetter spielt natürlich eine Rolle. Aber ich kann mich nicht erinnern, wann es das letzte Mal am Erlebnis-tag geregnet hat oder es kalt gewesen ist.“ Er rät allen Interessierten, mit Bus oder Bahn anzureisen. An der Endhaltestelle der Straßenbahn in Rheingönheim werde ein Pendelverkehr eingerichtet. Ein Traktor mit Anhänger hole die Besucher kostenlos ab und fahre sie weiter.

Der Eintritt für den Erlebnistag ist frei, für Speisen und Getränke sorgt der Förderverein. „Der Wildpark lebt hauptsächlich vom Kassengeschäft“, sagt Senk. „Wer möchte, kann zwei Euro oder mehr in die Spendenkasse zahlen.“ Es bestehe auch nach wie vor die Möglichkeit, Tierpate zu werden.

Wilhelm Wißmann, Vorsitzender des Wildpark-Fördervereins, freut sich besonders über die großzügige Spende eines Ludwigshafeners. „100 000 Euro haben wir im Frühjahr geschenkt bekommen. Ich habe dreimal nachgefragt, weil ich dachte, dass mich jemand versucht reinzulegen“, erzählt er. Was mit dem Geld nun im Detail passiert, müsse besprochen werden. „Wir würden gerne zwei bis drei Projekte verwirklichen. Je nachdem, wie viele Helfer uns dabei unterstützen werden.“ Fest steht, dass der 30 Hektar große Park ein neues Ziegengehege bekommt. „Da wird ein direkter Kontakt zu den Tieren möglich sein“, so Hoffmann.

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