Ludwigshafen

Soziales Beratungsstelle besteht seit einem Jahr

Hilfe bei seelischen Problemen

Archivartikel

Ludwigshafen.Papier und persönliche Zuwendung – das sind die wichtigsten Instrumente der Beratungsstelle in der Jaegerstraße 5. In der Nähe des Rathaus-Centers besteht die EUTB (die Abkürzung steht für ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) seit bald einem Jahr. Und erfreut sich großer Nachfrage, wie Patrizia Herzberger und Udo Klein berichten. Sie betreuen im Schnitt an ihren Öffnungstagen fünf Menschen, die Rat und Hilfe suchen. Die Ludwigshafener Beratungsstelle legt ihren Schwerpunkt auf psychische Erkrankungen, ist durch ihre zunehmende Vernetzung aber auch in der Lage, bei anderen Krankheitsbildern weiterzuhelfen und Wegweiser zu sein.

Die EUTB soll das vorhandene Beratungsangebot ergänzen, in dem vor allem Profis mit einer juristischen, sozialpädagogischen, psychologischen oder medizinischen Ausbildung die Ratsuchenden empfangen. Bei der EUTB steht das Prinzip der Beratung „auf Augenhöhe“ im Vordergrund, erklärt Herzberger. Betroffene beraten Betroffene, was auch „Peer-Counseling“ genannt wird. Herzberger und Klein haben selbstverständlich auch eine Ausbildung und je eine halbe Stelle bei der EUTB. Aber im Vordergrund stehen ihre eigenen Erfahrungen in dem Bereich, zu dem sie beraten.

Barrierefreier Zugang

In der Beratungsstelle war vorher eine Debeka-Vertretung. Im rückwärtigen Bereich ist ein barrierefreier Zugang, vorn müssen ein paar Stufen überwunden werden. Meistens wird nach einem ersten Gespräch ein zweiter Beratungstermin vereinbart. Das Spektrum der Beratungsthemen ist breit. Seelische Beeinträchtigungen, Mehrfachbehinderungen, Hochsensibilität, Sucht und Missbrauch sind Themen, außerdem noch die Beratung von Angehörigen und alle Fragen zu Teilhabe und Rehabilitation. Der Ratsuchende kann anonym bleiben, und die Beratungsleistungen sind kostenlos. Auch im Vorfeld einer Antragstellung können sie in Anspruch genommen werden.

„Neutral, kostenfrei, von Kostenträgern und Leistungserbringen unabhängig“, betont Klein. Rechtsberatung und Krisendienst können die beiden nicht leisten. Sie verweisen dann an die entsprechenden Stellen. „Was braucht derjenige aus seiner Krankheit heraus, welche Zusammenarbeit mit Ämtern oder Ärzten und Kliniken ist notwendig?“, fasst Herzberger zusammen.