Ludwigshafen

Hochschule Beim Tag des Stipendiums stellt sich die Organisation Arbeiterkind.de vor

Hilfe für Studienanfänger aus nichtakademischen Familien

Archivartikel

Ludwigshafen.Berührungsängste nehmen und Schwellen zum Studium abbauen – das ist das Ziel der Organisation Arbeiterkind.de, die sich an junge Menschen richtet, die als erste in ihren Familien studieren wollen. Beim Tag des Stipendiums an der Hochschule Ludwigshafen stellte die Organisation sich und ihre Arbeit vor. Gegründet wurde die Plattform von Katja Urbatsch, die selbst aus einer Familie ohne akademischen Hintergrund stammt. „Wenn Eltern selbst studiert haben, erzählen sie ihren Kindern davon, so dass diese mit Vorwissen ausgestattet sind und keine Berührungsängste mit der Uni haben“, sagte Marie Siebold, zuständig für Stipendienwerbung bei Arbeiterkind.de. Bei nichtakademischen Familien würde dieses Wissen fehlen, weshalb sich die Organisation gründete.

6000 Ehrenamtliche

Für Arbeiterkind.de engagieren sich deutschlandweit 6000 Ehrenamtliche an 75 Standorten. „Wir feiern dieses Jahr unser zehntes Jubiläum. Inzwischen hat sich eine große Gemeinschaft gebildet“, so Shamila Borchers, Regionalkoordinatorin Rheinland-Pfalz. Der Name „Arbeiterkind“ sei bewusst plakativ gewählt, denn die Plattform richte sich nicht nur an den Nachwuchs von Arbeitern, sondern von allen ohne Studium. „Meine Großeltern waren Landwirte, sodass für mich Bauernkind.de passend gewesen wäre“, sagte Hans-Ulrich Dallmann, Vizepräsident der Hochschule und Professor für Theologie und Ethik.

Bei dem Aktionstag stellten sich Stipendiengeber an Ständen vor, denn an ein Stipendium zu gelangen ist für viele Studienanfänger nicht einfach. „Bei den Geldgebern erhält man nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch viele Infos, etwa zu Auslandssemestern. Außerdem ergeben sich innerhalb des Programms Netzwerke, die bei der Jobsuche von Vorteil sein können“, fügte Dallmann hinzu. „Ich habe erst nach meinem Studium erfahren, dass es Stipendien gibt“, meinte Marie Siebold. „Deshalb bieten wir Hilfe an bei der Bewerbung um die begehrte Unterstützung.“ Kge