Ludwigshafen

Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen Neuer Leiter Klaus Peter Nebel soll sich auch mit Müll befassen

„Hochmotivierte Mannschaft“

Archivartikel

Ludwigshafen.Der Neue soll aufräumen in der Stadt – und zwar mit dem Müll: Klaus Peter Nebel (Bild) hat gestern die Werkleitung des Wirtschaftsbetriebs Ludwigshafen (WBL) angetreten. Der 51-jährige Bauingenieur war bisher als Teamleiter für die Stadtwerke Speyer tätig. Beim WBL wird Nebel drei Bereiche führen, für die es jeweils drei Bereichsleiter gibt: Grünflächen und Friedhof, Stadtentwässerung und Straßenunterhalt, Entsorgung und Verkehrstechnik.

Welche Ideen bringt der Pfälzer mit? Das will er auf Nachfrage nicht sagen. Nur soviel: „Es bringt nix, am ersten Tag alles umzukrempeln.“ Außerdem sei die Reinigung auch eine Frage der Kosten. Das Thema Müll auf Straßen und Plätzen sei bundesweit ein Problem. Diesem könne man nur gemeinsam mit den Bürgern Herr werden: Etwa indem sie Leute ansprechen, die unachtsam etwas wegwerfen oder selbst mal etwas auflesen und entsorgen.

Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger (CDU) betonte zu diesem Thema: „Dezernatsübergreifend wird an einer Kampagne gearbeitet.“ Weiter gebe es bei der Abfallbehörde beim Umweltamt zwei neue Stellen, die Mitarbeiter kümmern sich um illegale Müllablage. Juristisch ist es jedoch schwierig, die Täter festzumachen: Zum Beispiel reichen Adressaufkleber im Müll nicht als Nachweis, dass die darauf genannte Person auch den Müll entsorgt hat. Weiter gebe es bei der Stadt die Überlegung, den ungefähr zur Jahrhundertwende eingestellten Umweltvollzugsdienst wieder mit vier bis sechs Stellen einzurichten – solche Mitarbeiter werden landläufig „Müllsheriffs“ genannt.

Der Umweltvollzugsdienst hätte mehr Sanktionsmöglichkeiten als die seit einem halben Jahr aktiven drei Grünflächenbegeher. Diese dürfen Bürger lediglich ansprechen – etwa auf freilaufende Hunde, Grillfeuer oder achtlos weggeworfenen Abfall. Die Zunahme wilder Müllablagerungen sei erschreckend, so Dillinger. Bürger in der Stadt wenden sich bei illegaler Müllablagerung oder anderen Problemen wie umgefallenen Bäumen nach Starkwind an die Stadt unter der Telefonnummer 115 (erreichbar von 8 bis 18 Uhr). Die WBL bietet eine Abfall-App fürs Smartphone an. Mit der wird zu Abfallterminen, Standorten der Wertstoffhöfen und mehr informiert.

Der neue Werkleiter der WBL lobt die „tolle, hochmotivierte Mannschaft“. Aktuell arbeiten 702 Mitarbeiter für den WBL, davon beschäftigt sich rund ein Drittel mit der Müllentsorgung. Nebel möchte den Betrieb als attraktiven Arbeitgeber darstellen. Der Familienvater ist bis vor zwei Jahren Marathon gelaufen – Durchhaltevermögen wird er auch im Kampf gegen die Müllablagerungen brauchen. RoS (Bild: stadtwerke Speyer)