Ludwigshafen

Verkehr Mundenheimer Straße neben Südweststadion soll ab März für sechs Millionen Euro erneuert werden

„Holperstrecke“ wird generalsaniert

Archivartikel

Ludwigshafen.Der Asphalt ist übersät von Schlaglöchern und Verformungen. „Straße und Radweg sind in einem erbärmlichen Zustand und seit langem eine Holperstrecke“, sind sich die Fraktionen einig und fordern dringend Abhilfe. Einstimmig befürworteten die Ortsbeiräte Südliche Innenstadt und Mundenheim am Mittwochabend die grundlegende Sanierung der Mundenheimer Straße zwischen Von-Weber-Straße und Adlerdamm. Das sechs Millionen teure Projekt soll im März beginnen, so Projektmanager Waldemar Dyck vom Tiefbaubereich.

„Wir bauen die 65 Zentimeter tiefe Tragschicht ganz neu auf“, erläuterte er die Planung. Zudem werden Beleuchtung und Entwässerung der Straße erneuert sowie zwei Bushaltestellen barrierefrei umgestaltet. In Richtung Innenstadt komme ein Radweg hinzu. Der Alleencharakter des 780 Meter langen Abschnitts bleibe aber erhalten, versichert der Planer. Die Sanierung wird über Ausbaubeiträge finanziert. Davon entfallen 72 Prozent auf Mundenheim und 28 Prozent auf Süd.

Auch wenn die Fraktionen generell das Konzept lobten, gab es zwei Änderungswünsche. Weil durch die Kassenhäuschen am Südweststadion der Platz nicht für einen eigenen Radweg reicht, wollen die Planer diesen Bereich mit dem Gehweg zusammenlegen. „Das ist keine gute Lösung, hier fahren viele Radler“, so die Kritik. „Die Kassenhäuschen können nicht entfernt werden, weil sie mittelfristig gebraucht werden“, entgegnete der Projektmanager.

18 Monate lang wird die Durchgangsstraße während der Sanierung voll gesperrt. Die Umleitungen sollen über die Saarland- und Lagerhausstraße erfolgen. Das Raschig-Werksgelände bleibe stets erreichbar, so Dyck. Starke Bedenken gegen eine lange Vollsperrung meldeten Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) und Lorena Schmitt (SPD) an. Sie befürchten negative Auswirkungen auf die Geschäfte im nördlichen Teil der Mundenheimer Straße.

Kita-Neubau statt Parkplatz?

Mit knapper Mehrheit von sieben gegen sechs Stimmen befürwortete der Ortsbeirat einen Grünen-Antrag, wonach die Verwaltung einen Kitaneubau auf dem Parkplatz neben dem Südweststadion prüfen soll. „Im Stadtteil fehlen 380 Kitaplätze und es gibt keinen anderen Standort“, so Brückner. „Wenn die Parkplätze wegfallen, gibt es aber keine Großveranstaltungen im Stadion mehr“, betonte Heller. Andreas Werling (FDP) brachte als Alternative die drei „wenig genutzten“ Giulini-Tennisplätze in die Diskussion.

Aus zwei Gründen stellt der Beschluss, bei dem Grüne und SPD die CDU überstimmten, eine Besonderheit dar: Mehrfach hatten die Grünen in der Vergangenheit einen ähnlichen Antrag gestellt, was Heller heftig kritisierte, und waren bislang stets gescheitert. Während das von Cornelia Reifenberg (CDU) geführte Jugenddezernat im Vorfeld der Sitzung signalisiert hatte, den Grünen-Antrag zu prüfen, hatte der zum Bereich der Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) gehörende Sportbereich darauf hingewiesen, dass das gesamte Vorfeld des Südweststadions nicht verändert werden sollte, da es auch von Freizeitsportlern gut genutzt werde. „Wer hat denn den Hut in der Verwaltung bei diesem Thema auf?“, fragte Raik Dreher (Grüne).

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