Ludwigshafen

Jubiläum Oggersheimerin Marija Andres feiert 100. Geburtstag

In der Welt viel herumgekommen

Archivartikel

Ludwigshafen.Ein seltenes Altersjubiläum wird an diesem Mittwoch in Oggersheim begangen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal hundert werde“, verrät Marija Andres am Küchentisch ihrer Zweizimmerwohnung. Noch vor drei Jahren war sie im Cabrio eines Verwandten in Slowenien unterwegs gewesen. Dort wurde die Jubilarin geboren, bevor sie in Ludwigshafen ihre neue Heimat fand. Im Hemshof erlebte sie die Zwischenkriegszeit und den Zweiten Weltkrieg mit schweren Luftangriffen. „Tagsüber habe ich im Bunker gesessen, nachts gearbeitet“, sagt die Seniorin über ein Leben, das von jahrelanger Akkordarbeit geprägt war – bei einem Wasserzählerhersteller in der Produktion.

Der Übergang in den Ruhestand liegt mittlerweile 40 Jahre zurück. „Kurz darauf hat sie auch mit dem Rauchen aufgehört“, lacht Nadja Andres, die Schwiegertochter, die regelmäßig vor Ort ist. Eine wichtige Stütze ist die gute Nachbarschaft: Zwei Bewohnerinnen des Hochhauses besuchen Marija Andres jeden Tag. So kommt es, dass sich die Rentnerin längst als Oggersheimerin sieht: „Seit November wohne ich hier 50 Jahre“, sagt sie mit Blick auf eine weitere runde Zahl.

Auch wenn sie ihr Leben als eher „einfach“ bezeichnet, so ist das Geburtstagskind viel herumgekommen. Neben den vielen Besuchen in Slowenien war sie mehrmals in Kanada, wo ein Teil ihrer Familie lebt. Kürzer treten muss die Seniorin seit letztem Jahr, als sie eine Lungenentzündung überstand. Auf die Frage nach ihrer Gesundheit gibt sie eine ehrliche Antwort – wobei die ganz schweren Erkrankungen zum Glück ausblieben.

Empfang für Familie

Ihre Brötchen backt Andres jeden Morgen selbst, das Mittagessen wird gebracht, zweimal die Woche ist Massagetermin. Ab und zu geht es in Begleitung der Schwiegertochter zum Frühstück in den nahegelegenen Globus-Markt. Früher hat sie dort viele Bekannte getroffen – die sie inzwischen fast alle überlebt hat. Auch ihr Ehemann ist vor vier Jahren verstorben, er war 16 Jahre jünger. Ihren Ehrentag feiert Marija Andres in ihrer Wohnung mit einem Empfang. 20 Angehörige und Freunde erwartet sie. „Nur den Sekt bekomme ich selbst nicht mehr auf“, räumt die Hundertjährige mit einem Schmunzeln ein. 

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