Ludwigshafen

Soziales Vorträge und Tanzveranstaltung zum Tag für ältere Menschen im Rathaus / In Ludwigshafen sind rund 42 000 Bürger 60 Jahre oder älter

Interessierte Rentner erhalten „silberne Tipps“

Archivartikel

Ludwigshafen.„Schauen Sie sich die Bilder von den Papstwahlen 2005 und 2013 an– was fällt Ihnen auf? Bei der Zweiten filmen alle mit ihren Smartphones mit.“ So hat Fabian Geib, Referent der Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest, seinen unterhaltsamen Vortrag beim Internationalen Tag für ältere Menschen im Rathaus eingeleitet.

1990 hatten die Vereinten Nationen den Aktionstag initiiert. Auch in Ludwigshafen stehen jährlich Veranstaltungen auf dem Plan. „In den Jahren zuvor haben wir einen Nachmittag mit Tanz organisiert, dieses Mal gibt es auch vormittags einen Programmpunkt, nämlich einen Vortrag über die Digitalisierung“, erklärte Theresa Lee von der Seniorenförderung – und bedauerte, dass sich die Neuerung offenbar noch nicht rumgesprochen hatte. Etwa 30 Leute kamen zur Eröffnungsveranstaltung, die mit einem musikalischen Beitrag des Seniorenchors begann.

Ab wann gilt man eigentlich als Senior? Mit dieser Frage beschäftigte sich Sozialdezernentin Beate Steeg: „In Ludwigshafen gibt es rund 42 000 Menschen, die 60 Jahre und älter sind. Mit 60 ist man zwar noch fit, doch die ersten Zipperlein treten auf. Auch mit der modernen Technik haben manche älteren Leute Probleme, vor allem schrecken viele vor der Digitalisierung zurück.“ Um Berührungsängste abzubauen, gibt es die Stiftung Medienkompetenz, die auf ihrer Homepage für Senioren unter anderem die altersgerechten „Silver Tipps“ bereithält.

Laut einer Statistik sinkt ab dem Alter von 70 Jahren der Anteil der Internetnutzer von 74 auf 42 Prozent. Die Über-70-Jährigen sind im Schnitt nur eine knappe halbe Stunde am Tag online, während junge Leute neunmal so lange „surfen“ – und das auf mehreren Geräten. Bei den Über-70-Jährigen handelt es sich um eine Generation, die teilweise noch komplett ohne Computer durchs Berufsleben kam.

„Die Senioren bekommen ein Smartphone geschenkt, damit tauchen sie bei uns auf, und wir helfen ihnen weiter“, erklärte Referent Geib. Auf die Frage ans Publikum, wer denn ein Smartphone besitze, meldete sich immerhin die Hälfte der Senioren. „Oft höre ich von älteren Leuten, wie sehr sie sich freuen, damit mit den Enkeln im Ausland zu kommunizieren“, erklärte Geib