Ludwigshafen

Brauchtum Schützengesellschaft lockt zum Ostereier-Schießen Interessenten aller Altersklassen auf ihr Vereinsgelände

Jeder Treffer wird belohnt

Archivartikel

Ludwigshafen.Im Büro der Schützengesellschaft 1851 sieht es am Ostermontag aus wie in einem Süßwarenladen. bunte Ostereier und Schokoladen-Hasen, wohin das Auge blickt. Diese sind als Belohnung gedacht für die zahlreichen Hobbyschützen, die an den beiden Ostertagen ins Schwarze getroffen haben.

„Früher hatten wir Ostereierschießen nur für Erwachsene, seit sechs Jahren bieten wir ein vielseitigeres Programm an, mit Bogenschießen, Kinder-Armbrust, Eierlauf und Dosenwerfen für die Kinder unter zwölf Jahren. Ab zwölf darf das Luftdruckgewehr benutzt werden, ab 14 die Kleinkaliber wie Revolver und Winchester, die man aus den Western-Filmen kennt“, sagt Silke Moller, zweite Vorsitzende des Schützenvereins.

Geschossen wird auf Fallscheiben, mit dem Revolver auf Luftballons – für den zusätzlichen optischen Effekt. „Trifft man ins Schwarze, gibt es ein Ei. Trifft man die Mitte des Schwarzen – zwei Eier.“ So einfach sind die Regeln.

Der Verein kann sich nicht beklagen. „Wir haben zurzeit 750 Mitglieder. Unter Jugendlichen haben wir wenig Zulauf, da unser Vereinsgelände etwas außerhalb liegt. Doch ab Mitte 20 geht es los. Und viele Senioren, die nach ihrer Pensionierung ein neues Hobby suchen, treten auch ein“, berichtet Moller. An den beiden Ostertagen kommen um die 5000 Besucher aus Ludwigshafen und der Umgebung auf das vereinseigene Gelände am Maudacher Bruch. 20 000 Eier von einem regionalen Hühnerhof und 5000 Osterhasen in allen Größen und Farbschattierungen hat der Verein eingekauft und quasi zum Abschuss freigegeben.

Auf dem Vereinsgelände sind Besucher jeden Alters damit beschäftigt, zu zielen, zu schießen und Eier zu zählen. „Meine Nichten sind sieben und zehn Jahre alt und haben zusammen 25 Eier am Bogen-Schießstand gewonnen. Und das, obwohl wir zum ersten Mal da sind“, sagt Susanne Baumgärtner aus Ludwigshafen voller Stolz.

Ohrenstöpsel als Lärmschutz

Ziemlich laut ist es im Gebäude der Kleinkaliber-Schützen, die mit scharfer Munition auf Fallscheiben schießen. Damit das Gehör keinen Schaden nimmt, werden am Eingang Ohrenstöpsel verteilt. „Ich probiere alle Kleinkaliber-Gewehre durch, ob sechs oder neun Millimeter. Alles zur Gaudi!“, sagt Giuseppe Leone, der mit seiner Familie an beiden Tagen das Ostereierschießen besucht. „Das gibt so ein tolles Wildwest-Feeling. Ich finde gut, dass er Verein so etwas anbietet“, fügt Tochter Talia hinzu.

Etwas leiser geht es in der Halle zu, in der mit Luftdruckgewehren geschossen wird. Allerdings ist hier aufgrund der niedrigeren Altersbeschränkung der Zulauf größer. Beschaulich und absolut lärmfrei ist es dagegen am Bogen-Schießstand im Freien, der mit großen, bunten Zielscheiben ausgestattet ist. Hier haben es sich auch Zuschauer gemütlich gemacht, die den kleinen Robin Hoods bei der hohen Kunst des Bogenschießens zuschauen.