Ludwigshafen

Friesenheim Noch bis morgen wird auf Otto-Buckel-Platz gefeiert

Kerwe mit holpriger Vorbereitung

Archivartikel

Ludwigshafen.Fünf Tage lang wird in Friesenheim die Eulenkerwe gefeiert. Dabei stand die Traditionsveranstaltung auf dem Otto-Buckel-Platz dieses Jahr unter keinem guten Stern. So musste im Sommer der Vorstand des Veranstalters, der Arbeitsgemeinschaft Friesenheimer Vereine (Arge), ersetzt werden. Im Zuge dieses personellen Umbruchs löst sich der Förderverein „Gemeinsam für Friesenheim“ auf, der bisher immer das Festzelt finanziert hatte. Nächstes Jahr wird man darauf verzichten müssen. Das ist vielleicht auch ganz gut so, denn selbst für den Aufbau brauchte man Hilfe von außerhalb: die Fidelen Zecher aus Oggersheim packten an und stellten teilweise auch die Bewirtung sicher.

„Was ist das für eine verrückte Welt?“, fragte Rochus Michael Stein in seiner Kerweredd, „eine Schande bei so vielen und großen Vereinen in Friesenheim“. Selbst das Wetter war durchwachsen, doch die Friesenheimer ließen sich davon nicht abschrecken. Der Platz und das Zelt waren voll, die Schlange am Spießbraten lang und die Stimmung gut. Einen guten Teil dazu beigetragen haben die Schoppensänger der Chorgemeinschaft Friesenheim, die PartyBand „Dusty Memory“ im Festzelt und das Musik DJ-Team LU in der Ringerklause.

Im Vorfeld konnten die Veranstalter vor allem auf zwei Männer bauen: Robert Donhauser, der den Kerwebaum entrindete und strich sowie Steffen Langknecht, der organisatorisch alles im Griff hatte. „Ohne die zwei wäre nichts gelaufen“, bedankte sich Günther Henkel und überreichte Ziegel mit Stadtteilwappen an seine Helfer. Der Ortsvorsteher und Interims-Arge-Chef unterstrich in seiner Begrüßungsrede einmal mehr, wie schwierig es ist, genug „Manpower“ aufzutreiben. Umso schmerzvoller sei da der Verlust von Gerhard Jakoby, der vor wenigen Tagen beerdigt wurde. Jahrzehntelang hatte der Mann mit der Schiffermütze die Kerwe geprägt. Für ihn und seine vor einigen Jahren verstorbene Frau Irene soll es eine besondere Ehrung geben. Im Museum werden bald Erinnerungsstücke an die beiden zu sehen sein.

Immerhin hat der Fassbieranstich auf Anhieb geklappt – für die neue Schirmherrin Beate Steeg eine glückliche Premiere. „Ich bin wieder hier in meinem Revier“, zitierte die Sozialdezernentin Marius Müller-Westernhagen. Denn seit 14 Tagen wohne sie wieder in Friesenheim. Damit nach drei Schlägen das Bier auch richtig läuft, hatte sich Brauereichef Frank Mayer extra von einer Familienfeier verdrückt. Seine Eltern feierten Goldene Hochzeit, „aber das ist es mir Wert“, sagte er.

Heute steht ab 14.30 Uhr der Seniorennachmittag auf dem Programm. Nachmittags und um 19 Uhr unterhält Peter Stahl im Festzelt. Morgen, 20 Uhr, beginnt der Funzelabend mit Kerwebeerdigung in der Kirchturmklause.