Ludwigshafen

Volksfest Bewohner der Pfingstweide feiern zum 49. Mal

„Kerwe verbindet die Menschen“

Archivartikel

Ludwigshafen.Als Udo Scheuermann die Besucher der 49. Kerwe im Stadtteil Pfingstweide begrüßte, war dies zugleich seine letzte offizielle Amtshandlung: „Nach 25 Jahren ist für mich Schluss, die nächste Kirmes wird meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger eröffnen“, sagte der scheidende Oppauer Ortsvorsteher und SPD-Stadtrat. Seine potenziellen Nachfolger Rebecca Wild (CDU) und Frank Meier (SPD) gehörten zu den Ehrengästen, die sich auf dem Kerweplatz in der Budapester Straße eingefunden hatten.

Anders als früher kommt man seit Jahren ohne einen zünftigen Fassbieranstich aus, stattdessen floss Freibier, bevor es für die Offiziellen zu einer „Jungfernfahrt“ aufs Karussell ging. „Erstmals haben wir hier wieder ein großes Fahrgeschäft“, freute sich Friedrich Bauer, Event-Manager bei der Stadtmarketing-Gesellschaft Lukom. Überhaupt habe sich in den letzten Jahrzehnten vieles verändert, seitdem der Stadtteil vor genau 50 Jahren – nach den Plänen des Frankfurter Architekten Albert Speer Junior – aus dem Boden gestampft wurde.

Seit jeher sei die Kerwe eine Institution. Als 1969 die ersten Einwohner ihre Wohnungen bezogen, sei das Interesse groß gewesen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. „Es ist wichtig, dass Kerwe gefeiert wird. Sie verbindet die Menschen, die hier leben“, stellte Udo Scheuermann klar – und blickte mit etwas Wehmut auf die lebendigeren Tage der Pfingstweider Kirmes zurück, die einmal zu den größten in Ludwigshafen gehörte. Reitturniere zählten einst zu den Höhepunkten und zogen vor allem die Kinder an.

Immer weniger Grundschüler

Ein wichtiger Faktor sei der demografische Wandel, betonte Friedrich Bauer: Die Kerwe-Besucher rekrutierten sich zum Großteil aus den Grundschülern des Stadtteils, anfangs 1200, heute gerade noch 300. Nachlassendes Interesse sei die logische Folge. Der Rückbau der BASF-Hochhäuser vor einigen Jahren sei ein weiterer Einschnitt gewesen – so dass die Zeiten für die Schausteller zunehmend schwieriger würden.

Dennoch gab es auch „Zuwachs“ zu vermelden: Neben dem Kettenkarussell sind ein Imbiss und ein Biergarten hinzugekommen. Und mit der Lukom weiß man einen bewährten Partner an seiner Seite. So ist die Kerwe weiterhin ein Anlaufpunkt für Jung und Alt, auch wenn sich das Geschehen auf den Kerweplatz in der Budapester Straße beschränkt. Wer Kirmes-Flair in familiärer Atmosphäre erleben möchte, hat in Pfingstweide noch bis Dienstagabend die Gelegenheit.