Ludwigshafen

Umweltschutz Verein Kultur-Rhein-Neckar organisiert Marsch zum Rathaus / Oberbürgermeisterin Steinruck lobt Aktion

Kinder fordern saubere Stadt

Ludwigshafen.„Schützt unsere Umwelt. Schützt unsere Umwelt.“ Die Parolen der Kinder sorgen für Aufmerksamkeit in der Innenstadt. Selbstgebastelte Plakate halten die Drei- bis Zehnjährigen fordernd in die Luft. Darauf sind unter anderem Zigarettenstummel neben Plastikverpackungen mit Klebestreifen angebracht. Andere Plakate zieren Zeichnungen von den Wünschen und den Ängsten der jungen Demonstranten.

Die Mädchen und Jungen fürchten, dass Fahrzeuge und Abfälle die Natur zu stark verunreinigen. Müll dürfe nicht auf die Straße geschmissen werden, so eine Forderung. Die Kinder spazieren in einem Marsch vom Stadtteil Süd zum Rathausvorplatz, wo Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) sie erwartet.

Nachbarn beteiligen sich

Die Rathauschefin findet es toll, wenn sich die Kinder spielerisch mit einem solch wichtigen Thema beschäftigen. Das Projekt habe mit einem Kreativtreff begonnen, erzählt Eleonore Hefner, Vorsitzende des Vereins Kultur-Rhein-Neckar. Gemeinsam mit der künstlerischen Leitung Natice Orhan-Daibel habe man den Marsch organisiert.

Zu Beginn der Aktion seien nur Kinder der Alevitischen Kultusgemeinde und der Wittelsbach-Grundschule dabei gewesen. Im Laufe des Projekts seien Mütter und Kinder der Nachbarschaft darauf aufmerksam geworden und wollten mitmachen. So kamen immer mehr Ideen zusammen. Selbst die leisesten Kinder seien aufgeblüht. Auf den Straßen applaudieren einige Passaten, andere filmen oder machen Fotos.

Bei der Gestaltung der Plakate habe man den Kindern teilweise unter die Arme gegriffen, erklärt Orhan-Daibel. Besonders die sehr jungen könnten ihre Wünsche nur durch Zeichnungen ausdrücken. Das Thema Umweltschutz sei mit den Mädchen und Jungen besprochen worden. Dabei zeigte sich Orhan-Daibel überrascht, wie gut die Kinder die Lage begreifen. Sie sehen, dass die Straßen schmutzig sind, dass Bäume gefällt werden und Grünflächen verschwinden, aber ein vollständiges Verständnis sei in diesem Alter noch nicht möglich, erzählt Sabrina Minjares, Volontärin aus Pasadena, der Partnerstadt Ludwigshafens.

Steinruck hofft, dass die Kinder am Thema Umweltschutz dranbleiben. Sie nehme die Wünsche und Forderungen ernst. In Zukunft gebe es in der Stadt mehr Kontrollen des illegal entsorgten Mülls. Zudem starte die Verwaltung nach dem Sommer eine Plakatkampagne, die für mehr Respekt vor der Umwelt wirbt.

Eine nächste Kinder-Klimademo sei noch nicht geplant, aber Orhan-Daibel würde sie gerne wiederholen. Wenn es eine solche Aktion in ihrer Kindheit gegeben hätte, hätte sie sich für Obdachlose eingesetzt, berichtet sie.

Zum Thema