Ludwigshafen

Abfall GML feiert 20-jähriges Bestehen des Freilandklassenzimmers / Infozentrum im ehemaligen Hallenbad Nord

Kinder für Umweltschutz sensibilisiert

Archivartikel

Ludwigshafen.Sphärische Klänge durchfluten das ehemalige Hallenbad Nord und ziehen die Besucher in ihren Bann – aus doppeltem Anlass. Die Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen GmbH (GML) feierte den 20. Geburtstag des Freilandklassenzimmers sowie die Einweihung des Informationszentrums „Die vier Elemente“. Geschäftsführer Thomas Grommes begrüßt dazu die knapp 60 Gäste.

Das Freilandklassenzimmer gehört zu den schulnahen Umweltbildungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz. Dort beschäftigen sich Kinder und Jugendliche durch Ausprobieren mit Themen wie Müll und Energie. Wenn es darum gehe, für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren, setze man am besten bei ganz jungen Leuten an, sagt GML-Aufsichtsratsvorsitzender und Umweltdezernent Alexander Thewalt.

Das Konzept sei erfolgreich: In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich 27 000 Mädchen und Jungen im Freilandklassenzimmer mit Klimaschutz beschäftigt. „Allein 2019 waren es fast 4000“, berichtet Thewalt nicht ohne Stolz. Die Lernkonzepte werden in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau erarbeitet. Lehrkräfte der Udata GmbH in Neustadt vermitteln das Wissen altersgerecht.

Mit vier Jahren dabei gewesen

Als „Zeitzeugen“ kündigt die kaufmännische GML-Leiterin Petronela Kron den 25-jährigen Niklas Storck an. Er war 2000 als Vierjähriger bei der Eröffnung des Freilandklassenzimmers dabei. „Es war für mich ein ganz großes Ereignis“, erinnert sich der heute 25-Jährige. Seine Eltern seien sehr stolz gewesen, vor allem sein Vater, der seit 27 Jahren bei der GML arbeitet. Niklas Storck war nach der Einweihung selbst noch zweimal als Schüler dort. Er findet es toll, wie Kinder an den Umweltschutz herangeführt werden, und lobt das praxisnahe Konzept.

Das Informationszentrum Vier Elemente bietet Schautafeln, Quizaufgaben und multimediale Installationen. Seit 2015 nutzt die GML die Schwimmhalle als Löschwasserbecken für das Müllheizkraftwerk. Für das denkmalgeschützte Gebäude, wo einst Schwimmer ihre Bahnen zogen und Altkanzler Helmut Kohl saunierte, ist Grommes die Idee mit einer Dauerausstellung gekommen, die die Bürger über Umwelt- und Klimaschutz informiert.

„Mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde erklären wir Umweltthemen und zeigen, was wir tun“, sagt Grommes. Aus Wasser entstehe Dampf, aus dem Energie erzeugt wird, Feuer steht für das Verbrennen von Abfall, Abgase werden aus der Luft gereinigt. „Erde steht für das Deponieren und Kompostieren von Abfall.“

Das Thema Feuer gibt es bereits seit Sommer 2019 bei dem Informationszentrum. Nun eröffnen Thewalt, Kron, Grommes und Storck die Themenbereiche Luft und Wasser, während das Element Erde im nächsten Jahr folgen wird.

Zudem spielt die Kultur in dem lichtdurchfluteten Gebäude bereits seit 2016 eine Rolle: Die GML ist unter dem Titel „LUcation – Ehemaliges Hallenbad Nord“ Gastgeber für Ausstellungen und Musikveranstaltungen. Für die Künstler sei dies kostenlos, sagt Grommes. Auf kommerzielle Veranstaltungen wird dagegen verzichtet. Er betont: „Wir geben den Menschen den Raum wieder. Nicht als Schwimmbad, sondern als Kulturraum.“

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