Ludwigshafen

Hemshofpark 87 Mädchen und Jungen treten nach einer Woche Vorbereitung beim Mitmachzirkus Soluna auf

Kinder rocken die Manege

Ludwigshafen.Dutzende Kinder versammeln sich im Spielhaus Hemshofpark und treffen letzte Vorbereitungen. Gesichter werden geschminkt, Kostüme angezogen und die richtigen Worte einstudiert. Es ist der große Tag für 87 Ludwigshafener Kinder nach einer Woche intensiver Arbeit. Mittendrin ist der elfjährige Latifhan. „Das Feuer fasziniert mich“, sagt der Schüler, der seit vier Jahren am Mitmachzirkus Soluna teilnimmt. Wenig später will er im großen Zelt an der Gräfenaustraße Feuer spucken, genauso wie sein Kumpel Enes. Das Pulver, das sie dazu in den Mund nehmen müssen, steht schon bereit. Anschließend sollen leuchtende Bälle im Dunkeln schwingen, die sogenannten Pois.

Clown-Gruppe besonders beliebt

„Jedes Kind hat zwei Auftritte“, erklärt Sabine Naumann-Tasdelen, Leiterin des Spielhauses und zuständig für die Organisation des Zirkusprojekts. 16 Workshops standen zur Auswahl, zwei artistische Disziplinen durfte sich jeder Teilnehmer aussuchen. „Besonders beliebt war die Clown-Gruppe“, verrät Naumann-Tasdelen. 20 junge Menschen zwischen acht und 14 Jahren haben allein hier mitgemacht. Jonglage, Zauberei, Seilspringen und Leiterlaufen waren zu erlernen. Ihre ersten Schritte im artistischen Geschehen machten die Kinder unter fachkundiger Anleitung durch Zirkusmitarbeiter.

Neben dem Spaß am Zirkusalltag und dem gemeinsamen Erleben benennt Sabine Heiligenthal von der Jugendförderung Ludwigshafen zwei Ziele des seit 15 Jahren bestehenden Projekts: Respekt und Toleranz für andere gelte es zu entwickeln – und das eigene Selbstwertgefühl zu stärken.

Wie stolz die Kinder auf ihre in kurzer Zeit erworbenen Fähigkeiten sind, zeigte sich bei ihrem Auftritt vor 250 Zuschauern, darunter zahlreichen Freunden und Familienangehörigen. Als die Schüler das Zirkus-Motto „Geht nicht, gibt’s nicht!“ mit Leben füllten, ging es weniger um Perfektion, denn um Gemeinschaftsgefühl und die fröhliche Inszenierung. Da tat auch eine ungeplant umgefallene Sitzbank der guten Stimmung keinen Abbruch, schnell richteten sich die Nachwuchs-Artisten wieder auf. Ihr Können demonstrierten sie beim Seiltanzen mit verbundenen Augen und bei anspruchsvollen Leiter-Figuren. Einen Höhepunkt stellte die satirisch vorgetragene Robin-Hood-Performance dar: „Ihr seid reich? – Ich verteile das Geld unter den Armen“, sorgte für Lacher – nicht zuletzt bei Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD), die eigens „vom Zirkus Ludwigshafen zum Zirkus Soluna“ gekommen war.

„Man merkt, wie die Kinder wachsen“, kommentierte Naumann-Tasdelen den Auftritt ihrer Schützlinge. Am Ende war es neben dem erforderlichen Mut vor allem eine bemerkenswerte Portion Coolness, mit der sich Latifhan und Enes ans Feuer wagten und ihre Nummer unter lautem Applaus über die Bühne brachten.

Zum Thema