Ludwigshafen

Ferienprogramm „STRE 4 Future“ als Motto der Stadtranderholung / Workshops für die Mädchen und Jungen

Kinderstadt wird nachhaltig

Ludwigshafen.„Willkommen in STRE-City“ – das steht auf einem Schild am Eingang der „Kinderstadt“, die derzeit für vier Wochen während der Sommerferienaktion „Stadtranderholung“ am Ufergelände der Großen Blies in Ludwigshafen wiederbelebt wird. Insgesamt 700 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, aufgeteilt auf jeweils zwei Wochen, sollen hier mit etwa 60 Betreuern erlebnisreiche Ferien verbringen. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Mädchen und Jungen nicht nur sechs Wochen zu Hause sitzen. Und wir sind vielleicht auch eine gute Alternative zum langweiligen Strandurlaub auf Mallorca“, sagt Christiane Ritscher, Leiterin des Kinder- und Jugendbüros und zuständig für die Gesamtleitung.

Im letzten Jahr legten die Kinder die Grundsteine für „STRE-City“ und stellten als Planer, Verwalter und Handwerker ihre eigenen Regeln für das Zusammenleben in ihrer Stadt auf. Nun soll unter dem Motto „STRE 4 Future“ das Bewusstsein für die eigene Umwelt und die Verantwortung für zukünftige Bürgerinnen und Bürger der Kinderstadt geschult werden. „Während unseres Ferienprogramms wollen wir die Kinder für das Thema Umwelt- und Klimaschutz sensibilisieren und darüber sprechen, wie wir das durch Müllvermeidung, Recycling und Upcycling in unserer kleinen Stadt umsetzen können“, erklärt Ritscher.

Jeder schlüpft in neue Rollen

Vor allem gehe es aber darum, dass sich die Mädchen und Jungen in unterschiedlichen Spiel-, Werk- und Bastelaktionen ausprobieren können und so auch Anregungen für ihre sonstige Freizeitgestaltung erhalten, sagt Ritscher. Die Kinder können in den zwei Wochen in die Rollen von Tänzern, Schauspielern, Kellnern, Köchen, Handwerkern oder Postboten schlüpfen. „Wenn die Handwerker in unserem Bauhof neues Material benötigen, können sie das bei unseren Postboten bestellen – und die liefern es dann“, sagt Programmleiter Heiko Rentschler. In ihren Berufen können die Jungen und Mädchen dieses Jahr sogar einen Gesellen- oder Meistertitel erlangen.

Wer welche Rolle in der Kinderstadt übernehmen möchte, können die kleinen Stadtbewohner am Freitag nach den Schnuppertagen bestimmen. Michelle nimmt zum vierten Mal an der Stadtranderholung teil und weiß jetzt schon, dass sie während des diesjährigen Ferienprogramms Tänzerin sein möchte. „Letztes Mal war ich Köchin, aber dieses Jahr mag ich beim Abschlussfest tanzen. Da hat man davor ein bisschen Panik, weil viele Leute kommen, aber dann ist es immer ganz cool“, sagt sie. Maximilian möchte auch unbedingt etwas Neues ausprobieren. Der Zehnjährige ist zum zweiten Mal dabei und war letztes Jahr für das Bauen der Waldhütten verantwortlich: „Vielleicht will ich dieses Jahr etwas mit Matsch machen. Das sah ziemlich lustig aus.“

Handys strikt verboten

Im Zentrum von „STRE-City“ befindet sich ein kleiner Stadtplatz mit Brunnen, der von den Stationen Zirkus, Küche, Natur, Bauhaus und Post umgeben ist. „Den Namen für unseren Stadtplatz überlegen sich die Kinder und nach einer demokratischen Abstimmung am Freitag wird er mit einem Stadtfest eingeweiht“, erzählt Programmleiter Rentschler.

Handys sind während des ältesten Ferienangebots der Stadt Ludwigshafen strikt verboten. Die würden den Gemeinschaftsprozess in der Kinderstadt verhindern und sie würden in den zwei Wochen bei Bewegungsparcours und Wasserspielen auch niemandem fehlen, meint Ritscher. „Ein Videospielzentrum wäre aber schon der Hammer“, sind sich Maximilian und sein Freund Maurizio einig.