Ludwigshafen

Grüne Versammlung wählt Stadtratskandidaten / Mehrere Kampfabstimmungen / Raik Dreher bekommt mehr Stimmen als Hans-Uwe Daumann

Kleinschnitger führt Liste an

Ludwigshafen.Die Wahl der Kandidaten für den Stadtrat bot bei den Grünen einige Überraschungen: Es gab Kampfkandidaturen, wobei neue Mitglieder auch bei den Abstimmungen eine wesentliche Rolle spielten. Für Platz eins auf der Liste –laut Satzung Frauen vorbehalten – traten Monika Kleinschnitger, Heike Hess (beide Stadträte) sowie Nesrin Akpinar an. Letztere sagte bei ihrer Vorstellung, dass soziale Stadtentwicklung ihr Themenschwerpunkt sei. Sie sei „bürgernah und auch mal rebellisch, wenn es sein muss“.

Heike Hess betonte zu ihrer Kandidatur, dass Stadtentwicklung und Verkehr wichtige Themen für sie seien. Kleinschnitger erklärte, dass sie sich als Teil der grünen Basis verstehe und in enger Abstimmung mit den Mitgliedern Politik mache. Sie versuche, auch junge Leute für Politik zu begeistern.

Sechs Leute mit Namen Akpina

Hess erhielt in der ersten Abstimmung die wenigsten Stimmen. Deshalb gab es einen zweiten Wahlgang, in dem Kleinschnitger 38 und Akpinar 32 Stimmen erhielt.

Ein Grund für das gute Abschneiden der Studentin waren die neuen Mitglieder in der Partei: Um eine Unregelmäßigkeit bei der Anwesenheit zu prüfen, wurden auf Wunsch des Wahlleiters Josef Winkler (Landesvorsitzender der Grünen Rheinland-Pfalz), am Samstag im Kulturzentrum „das Haus“ alle stimmberechtigten Mitglieder mit Namen aufgerufen.

Dabei stellte sich heraus, dass rund ein halbes Dutzend den Nachnamen Akpinar tragen – offensichtlich gibt es Unterstützung von der Familie.

Die 26-Jährige Nesrin Akpinar trat beim dritten Listenplatz nochmals gegen Heike Hess an und wurde nun mit 38 zu 33 Stimmen nominiert. Für den zweiten Listenplatz traten Raik Dreher und der aktuelle Fraktionsvorsitzende Hans-Uwe Daumann an. Dreher (Vorstandssprecher/Ortsbeirat in Süd) hatte zuvor Akpinar bei der Abstimmung um den ersten Platz vorgeschlagen.

Bei seiner Vorstellung betonte er: „Unsere Aufgabe ist es, der linken Mitte ein Zuhause zu geben.“ Schlagworte von ihm waren besserer öffentlicher Nahverkehr, Sozialquote bei Wohnungen und mehr Radwege.

Daumann zählte einige Erfolge der Grünen-Fraktion auf und betonte: „Wir haben begonnen, Ludwigshafen mitzugestalten.“ Die Gäste hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Von Daumann wollte jemand wissen, wieso er mit 60 Jahren nochmals antreten will. Dieser erklärte: „Rente ist für mich im Augenblick ein Schimpfwort. Ich bin so aktiv wie in den letzten Jahren.“

Bei der Abstimmung unterlag er Dreher mit 40 zu 30 Stimmen. Daumann wurde jedoch auf Platz vier nominiert. Er erhielt bei dieser Wahl 39 Stimmen, Jens Brückner 32. Mit Kampfkandidaturen ging es weiter: Auf den ersten zwölf Plätzen trat lediglich gegen Ibrahim Yetkin niemand an. Aktuell hat die Fraktion sieben Mitglieder.

Insgesamt wurden 62 Menschen für die Grünen in Ludwigshafen aufgestellt. Monika Kleinschnitger dazu: „Das ist uns zum ersten Mal gelungen. Ein toller Erfolg. “