Ludwigshafen

Natur Immer mehr Arten in Ludwigshafen und der Pfalz

Klimaerwärmung hilft Libellen

Archivartikel

Ludwigshafen.Weidenjungfer, Kleines Granatauge, Herbstmosaikjungfer, Vierfleck, Hufeisenazurjungfer: Es sind poetische Namen, die die Libellen tragen. 19 Arten an 22 Orten sind in Ludwigshafen bekannt, genauer an den vielen Seen und Teichen, wie Jürgen Otto bei einem Vortrag in der Vogelstation im Maudacher Bruch erklärte. Seit den 1980er Jahren sammelt er Daten, eine offizielle Langzeituntersuchung gibt es nicht. In Zeiten der Klimaerwärmung mit mehr Tropennächten und weniger Frost wären die aber wichtig. „Klimaerwärmung haben wir, keine Frage“, so Otto.

Doch er konnte Erstaunliches berichten: „Es gibt kein Libellensterben. Die Artenzahl ist vielmehr um zehn Prozent gestiegen und viele Libellenarten konnten von der Liste der bedrohten Arten gestrichen werden, weil sich die Bestände erholt haben.“ Und, die Pfälzer Gebiete werden von immer mehr Libellenarten besiedelt, insbesondere von mediterranen, die es wärmer lieben. „Die Klimaerwärmung hilft den Libellen“, so Ottos Fazit, „auch wenn das nicht so ganz ins Bild passt.“

Viele Fotos der Insekten

Libellen sind genügsame Tiere, „wenn genügend Wasser da ist, sind auch die Libellen da“, erklärt Otto und antwortet auf eine Zuschauerfrage zu den Auswirkungen von Düngemitteln im Wasser: „Das hat keine Auswirkungen auf die Libelle.“ Libellen lieben Sonne und Wärme, und wenn es regnet, „dann machen die es wie wir: die stellen sich unter.“

Aktuell sind nur noch zwei Arten zu beobachten, so Otto, aber das liege an der Jahreszeit. Dass bei dem Vortrag dennoch dutzende Libellen in ihrer vollen Pracht zu sehen waren, war Werner Appel zu verdanken. Der Fotograf hat die Liebe zur Libelle entdeckt: „Wenn ich zuhause und lustlos bin, schaue ich mir Fotos von Libellen an und mir geht es wieder besser.“ Viele Stunden verbrachte er an Ludwigshafener Seen und fotografierte Libellen. Seine Fotos helfen auch Jürgen Otto, denn er kann damit neue Arten nachweisen.

Im Anschluss ergaben sich noch lange Diskussionen. Die Besucher hatten viele Fragen zu Libellen und zur Technik, die schnellen, grazilen Tiere zu fotografieren.

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