Ludwigshafen

Südweststadion 32 Teams aus 24 Grund- und Förderschulen tragen die Mini-Weltmeisterschaft aus

Kreativ auch neben dem Platz

Ludwigshafen.Die Tribüne des Südweststadions ist mit rund 3000 Kindern fast zur Hälfte belegt. Wimpel und Fahnen wehen, Fangesänge, Jubelrufe und Schülerschreie machen das Stadion zu einer fröhlichen Kulisse für die Mini-Fußballweltmeisterschaft. Seit vier Jahren veranstaltet das städtische Sportamt zusammen mit dem Ludwigshafener Sportverband und den Beratern für Schulsport die Mini-WM.

32 Teams aus 24 Grund- und Förderschulen, jedes Team vertritt eine für die WM qualifizierte Nation, treten in 64 zehnminütigen Spielen gegeneinander an. „Der Nationalsport Fußball vereint alle. Beim Fußball gilt: Egal aus welchem Land man kommt und egal aus welchem Stadtteil – wir sind alle gleich. Denn alle kämpfen um dieselbe Sache“, sagt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck zum Auftakt: „Vielleicht spielt irgendjemand von euch später mal bei einem echten WM-Spiel mit.“

Der Einlauf der Nationen steht unter dem Motto eines Kreativwettbewerbs für das originellste Kostüm. Dabei sollten die Kinder sich eine Maskierung ausdenken, die die Nationalität des Landes widerspiegelt: Die Mexikaner tragen den traditionellen Poncho zum Überwerfen und Sombreros aus Stroh, die Russen die typische Uschanka-Mütze. Die Engländer kommen im „London Bus“ und die Tunesier haben den orientalischen Einfluss des Landes mit ihrer Kleidung und einem Kamel voll zur Geltung gebracht. Sieben Schiedsrichter des südwestdeutschen Fußballverbands pfeifen die Spiele. Für Schiri Wollenschläger ist klar: „Fairplay steht bei uns ganz oben“. Einer von ihnen zögert nicht, die rote Karte nach einem harten Foul an einem „polnischen“ Spieler zu verteilen.

Schweiz holt Titel

„Wir bespaßen die Kinder, bringen sie weg vom Fernseher. Natürlich geht es dabei um die Förderung des Sports“, sagt der Vorsitzende des Stadtsportverbands Winfried Ringwald: „Wir wollen, dass das Fußball-Fieber bei den Kindern ankommt.“ Die Sportlehrer haben die Talente ihrer Schulen ausgesucht. Viele haben schon Vereinserfahrung. Arslan spielt beim SV Südwest. Der Elfjährige steht mehrmals die Woche auf dem Platz. „Fußball ist mein Leben“, sagt er. Seine Teamkollegen aus „Saudi Arabien“ David und Luca schauen gerne Fußball. „Deutschland wird es diese WM bis zum Achtelfinale schaffen“, tippen sie.

Die Eltern und Lehrer sehen guten Fußball. Die Kinder schießen Tore, spielen präzise Pässe und zeigen Ballgefühl. Auch der Profi Nadiem Amiri (TSG Hoffenheim) ist da und muss viele Autogramme schreiben. Er hat ebenfalls im Grundschulalter mit dem Fußball angefangen.

Am Ende erringt die Schweiz, vertreten durch die Grundschule Bliesschule, den Pokal. Der „Gastgeber“ Russland (Grundschule Rupprecht 1) wird Zweiter und Serbien (Grundschule Astrid-Lindgren) landet auf Platz drei. Die Kreativpreise gehen an Marokko, England und Tunesien.