Ludwigshafen

Partnerstädte Ausschuss appelliert an Verantwortliche / Schwierige Situation in Lorient und Gaziantep

Krieg mindert Aktivitäten

Archivartikel

Ludwigshafen.Die Kommunalwahl brachte einige neue Gesichter in den Partnerschaftsausschuss, die Sitzungen gehen dennoch in „altbewährter Power“ weiter, wie Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) zu Beginn der ersten Sitzung nach der Wahl betonte. Sie entschuldigte sich, dass sie nicht an allen Partnerschaftsbesuchen teilnehmen könne. „Es ist nicht die Zeit, dass die Oberbürgermeisterin durch die Welt reist.“ Sie erinnerte daran, dass früher die Schulen die Städtepartnerschaften getragen haben. „Es war die Zielsetzung, Menschen kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen. Es ist mein Wunsch, dass sich Schulen wieder darauf besinnen und ihre Reisen in die Partnerstädte machen.“

„Es gibt Fördermittel“

Die Verstärkung der Schulpartnerschaften nannte sie als ein vorrangiges Ziel. Sie appellierte an den Ausschuss, dies als Schwerpunkt für die kommende Arbeit zu setzen. Steinruck betonte aber auch, dass die finanziellen Mittel der Stadt eingeschränkt sind. „Gleichwohl gibt es Fördermittel.“

Nach der Verpflichtung der bürgerschaftlichen Mitglieder gab Partnerschaftsbeauftragter Marcel Jurkat einen kurzen Überblick über das Programm mit Antwerpen, Dessau-Roßlau, Gaziantep, Havering, Lorient, Pasadena und Sumgait. Gleiches galt für die drei Namenspatenschaften mit einer Korvette der Bundeswehr, einem Airbus A320 der Lufthansa sowie einem ICE der Bahn, über die acht Schulpartnerschaften sowie über weitere partnerschaftlichen Aktivitäten der Stadt, beispielsweise mit Ruanda oder der Industriepartnerschaft mit China.

Bei den Berichten aus den Freundeskreisen der Partnerschaften gab es Gutes wie auch weniger Gutes zu berichten: Während es beim Austausch mit Pasadena „keine Personalprobleme“ gibt, wie Stephan Reinhard ausführte, ist die Situation mit der französischen Partnerstadt schwierig: „Früher hatten fast alle Schulen Beziehungen mit Lorient“, wie Claus Schönbucher berichtete: „Aber wir bleiben dran, dass es nicht weiter bröckelt.“

Probleme gibt es allerdings auch bei der Partnerschaft mit der türkischen Stadt Gaziantep, wie Ibrahim Yetkin in seinem Bericht ausführte. Der zweite Vorsitzende des Freundeskreises Ludwigshafen-Gaziantep sprach von einer „schwierigen Situation“, die nur noch wenige Aktivitäten zulasse. Als Ursache nannte er den Bürgerkrieg in Syrien: Die Stadt Gaziantep liegt nur wenige Kilometer vor der syrischen Grenze und aktuell bestehen amtliche Reisewarnungen. „Ein Austausch ist da nicht möglich.“

Sein Blick geht dennoch optimistisch in die Zukunft, wenn sich die Situation verbessert und Reisen in die Stadt wieder sicher sind. Ganz im Sinne der Städtepartnerschaft sagte Yetkin: „Freundschaft ist wichtiger als Krieg. Der Krieg geht, die Freundschaft bleibt.“

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