Ludwigshafen

Kultur Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums für vier Inszenierungen von Publikum beklatscht

Kriminalfall mit Mettbrötchen

Archivartikel

Ludwigshafen.Einen bunten Theaterabend erlebten 250 Zuschauer im Geschwister-Scholl-Gymnasium. Vier selbst geschriebene Stücke brachten die Zwölftklässler auf die Bühne. „Es ist einfach toll, in neue Rollen hineinzuschlüpfen“, freute sich Jawad Mazeh nach seinem Auftritt. In „Jingle Jangle“ wurde der Ludwigshafener mit der gleichnamigen fiktiven Partydroge konfrontiert, woraus sich ein rasanter Kriminalfall entwickelte. Das Gefühl, frei zu sein und die Fantasie walten lassen zu können, spornt Mazeh, der seit zwei Jahren Theater spielt, besonders an.

Berliner Platz ist auch Thema

Auf den Brettern der Schulaula präsentierte er sich „szenetypisch“ selbstbewusst, (halb)stark und sensibel zugleich. Da durfte der Jugendslang nicht fehlen, den sämtliche Akteure bis zur Perfektion beherrschten. Voll in ihrem Element waren die Darstellerinnen Tessa Unold und Oishy Khan, die ihre Problemlösungskompetenz szenisch unter Beweis stellten. Selbst die Begegnung mit einer Leiche meisterte man scheinbar geschickt:„Ein bisschen tot sieht sie schon aus!“

Nicht weniger kriminell ging es im zweiten Stück zu, dessen Titel zu einem zentralen Motiv der Handlung wurde: „Mettbrötchen“ bewegte sich gekonnt im Pfälzer Milieu, zwischen Spurensicherung und Leichenschau durfte der rustikale Snack nicht fehlen. Dabei griffen die Jugendlichen die Schattenseiten ihrer Heimatstadt auf. Hinabblickend auf die Leiche, hieß es im Zwiegespräch: „Warst du auch schon mal auf dem Berliner Platz?“ – „Nee!“ – „Deswegen liegst du auch net do!“

In der finalen Gerichtsverhandlung wurde die Mordanklage gegen den psychisch kranken Tatverdächtigen fallengelassen, nachdem sich das Publikum an einem pointierten Wechsel aus Pfälzer und sächsischer Mundart erfreute. Somit stand fest, dass am Geschwister-Scholl-Gymnasium nicht nur eine Vielzahl an Nationalitäten, sondern eine erstaunliche Vielfalt an Dialekten vertreten ist. Abgerundet wurde der Theaterabend durch die Aufführungen „Käsebrezel“ und „Faust mit Rotgretchen“, wobei auch hier das humoristische Element nicht zu kurz kam.

„Und das haben die Schüler alles selbst auf die Beine gestellt“, betonte Ulrike Kistenmacher-Dörr, Kursleiterin und Ansprechpartnerin für 46 mitwirkende Zwölftklässler. Ein eigenes Stück zu entwickeln, einzuüben und vor einem großen Publikum zu präsentieren, empfanden die Laien-Darsteller als echtes Highlight in ihrer Schullaufbahn.