Ludwigshafen

Rheingönheim Ortsbeirat fordert mehr Klassenzimmer

Kritik an Plan zur Mozartschul-Erweiterung

Ludwigshafen.Für heftige Diskussionen im Ortsbeirat Rheingönheim sorgten die Erweiterungspläne der Mozartschule sowie die geplante Ausweisung der Neubaugebiete „Im Kappes“ und „Obere Weide“. Die Fraktionen waren sich darin einig, dass eine Entwicklung der Neubaugebiete nur dann infrage kommt, wenn die Infrastruktur im Ort angepasst würde. Dazu gehörten der nachhaltige Ausbau der Mozartschule und der Kitaplätze, ein Ärztehaus und eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs.

Variante mit Sporthalle abgelehnt

Die Planungen für die Grundschulerweiterung stießen auf Kritik. „Wir benötigen vier neue Klassenzimmer, damit die Schule im Gleichklang mit dem Wachstum des Stadtteils funktionsfähig bleibt“, sagte Stefan Röth (SPD). Das Konzept der Stadt sieht nur ein neues Klassenzimmer vor, dazu die Erweiterung von Bibliothek, Sekretariat und Lehrerzimmer.

Wie Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) berichtete, stieß die Idee des Ortsbeirats, die alte Schulsporthalle abzureißen und in den Neubau Klassenzimmer zu integrieren, nicht auf die Zustimmung der Verwaltung, was wiederum von allen Fraktionen mit Kopfschütteln quittiert wurde. Thomas Schell (FDP) war erbost und fühlte sich veräppelt. Lediglich in der Frage, wie eine Erweiterung der Schule gestaltet werden sollte, gab es Abweichungen. Während die SPD für einen Ausbau am Standort plädiert, findet Joachim Zell (CDU) die Idee einer Außenstelle besser, die näher an den Neubaugebieten wäre.

Auch in der Frage der Neubaugebiete war sich das Gremium weitgehend einig. Man wolle das Wachstum Rheingönheims unterstützen, fordere die Stadtverwaltung aber zum Dialog und einer ganzheitlichen Planung auf. Zell betonte jedoch, dass ihm eine strukturelle Sanierung des Ortskerns sinnvoller erscheine, bevor die letzten freien Flächen auf der Gemarkung überbaut würden. „Rheingönheim muss als Sanierungsgebiet deklariert werden“, so Zell.

Unzufrieden war der Ortsbeirat auch mit der Reaktion der Wirtschaftsbetriebe Ludwigshafen (WBL) zum Ausbau der Bauschuttdeponie, die ein ökologisch wertvolles Waldstück bedroht. Auch die Antwort zur Verkehrsüberwachung ärgerte. „Knapp jeder zweite Autofahrer fährt laut Messung 2017 zu schnell und das ist kein Grund, häufiger zu messen?“, stellte die CDU eine gewisse Ohnmachtshaltung fest und forderte mehr Personal. sdm