Ludwigshafen

Hemshofschachtel Komödie „Druff un Dewedder“ überzeugt bei Uraufführung / Themen wie Moral, Schuld und Sühne

Krumme Geschäfte bei Inkasso-Firma

Ludwigshafen.So ein kleiner Schlag auf den Hinterkopf kann manchmal wahre Wunder wirken. Den einen lässt er vom schüchternen Buchhalter zum wilden Draufgänger mutieren, den anderen bringt er direkt in die Klapse. Macht aber nichts, denn das hat er nun von seinen kriminellen Machenschaften. Auch sonst bekommt in „Druff un Dewedder“ jeder, was er verdient. Bei der Uraufführung in der Hemshofschachtel kam das Stück bestens beim Publikum an.

Die sechste Komödie aus der Feder von Rudy Kupferschmitt spielt im Büro einer Inkasso-Firma. Neben gewohnt viel Klamauk und Wortwitz geht es dabei auch um Fragen der Moral, um Schuld und Sühne, gewürzt mit einer Prise Anarchie. So darf Hansi (Dieter Dlugosch) auf einmal alles sagen, was er denkt, und das ist eigentlich immer die unverblümte Wahrheit, schonungslos und zur Not auch dem Chef direkt ins Gesicht. Er lässt sich nicht mehr mobben und macht sich nicht mehr zum Affen für andere. Dafür wird er quasi für verrückt erklärt – denn wo kommen wir denn hin, wenn auf einmal jeder sagt, was er denkt? Hansi meint dazu nur: „Mir ist es noch nie so gut gegangen“ und schnappt sich erst die eine, dann die andere Assistentin vom Chef.

Bis dahin war der nämlich unangefochtener Bürohengst. Otto Brammers(Jörg Bendel) Verschleiß an Assistentinnen ist hoch, die aktuelle heißt Natalie (Theresa Limp) und ist eher blond als talentiert. Sie lebt im ständigen Zickenkrieg mit Vorgängerin Jessica (Jasmin Bachmann). Auch die wäre längst nicht mehr da, wenn sie nicht zu viel über Ottos krumme Geschäfte wüsste. Denn der veruntreut seit Jahren Geld seiner Kunden. Und wenn mal einer auf der Matte steht und Rechenschaft verlangt, lässt er sich verleugnen.

Doch ein Fritz Obermeier (Gerd Rohrbacher) lässt sich nicht einfach so abspeisen. Nachts bricht der kurzerhand in die Firma ein, mit freundlicher Unterstützung von Ottos Ehefrau Irmgard (Angelika Kleinschmidt). Die hat genug davon, ewig die Betrogene zu sein, und will es ihrem Gatten so richtig heimzahlen. Der ist nämlich nichts ohne ihr Geld – und seine blauen Pillen in der Schublade. Gut, dass Irmgard weiß, wo er alle seine brisanten Unterlagen versteckt. Schlecht, dass sie die Zahlenkombination vom Safe nicht kennt.

Doch da gibt es ja noch die gutherzige Putzfrau Roswitha (Marie-Louise Mott), die weit mehr weiß, als sie eigentlich sollte – und weit mehr macht als nur zu wienern und den Müll zu trennen. Als ruhender Pol in dem ganzen Tohuwabohu hilft sie allen, die es verdienen. Wenn es sein muss, schreibt sie dafür auch schon mal Briefe um.

Unter der Regie von Andreas Assanoff entwickeln und verändern sich die Figuren, dass es eine reine Freude ist. Und damit ja niemand einschläft, geht es immer mal wieder „druff un dewedder“.