Ludwigshafen

Hygiene Bereichsleiter der Stadt zieht Bilanz des Jahres 2019 / Ein Betrieb von Verwaltung geschlossen / Martin Graf: „Manche tun nur das Nötigste“

Lebensmittelkontrollen: 92 gravierende Fälle

Archivartikel

Ludwigshafen.„Unerwünscht sind wir immer“, sagte die städtische Lebensmittelexpertin Melanie Zaun anlässlich der Kontrollbilanz des vergangenen Jahres in Ludwigshafener Handelsbetrieben, Cafés, Restaurants, Kantinen oder auch auf Märkten, Festen und in Apotheken.

In 92 Fällen deckten die Kontrolleure dort gravierende Mängel auf. 77 Mal waren kostenpflichtige Nachkontrollen nötig. In 14 Fällen musste ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden. Ein Betrieb musste gar gänzlich geschlossen werden. Der Grund: „Große hygienische Mängel“. Die Lebensmittel seien nicht mehr zum Verzehr geeignet gewesen“, so Bereichsleiter Martin Graf.

Auch Sex-Shops gehören dazu

Die Lebensmittelkontrolleure sind in Ludwigshafen für mehr als 1700 Betriebe zuständig, darunter auch Sex-Shops. „Vibratoren sind Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt, und die unterliegen speziellen Hygienevorschriften“, so Graf.

Kontrolleurin Melanie Zaun berichtete aus ihrer täglichen Arbeit und damit beispielsweise vom Unterschied zwischen Wiener Schnitzel (muss aus Kalbfleisch sein) und einem Schnitzel Wiener Art (kann auch aus anderem Fleisch bestehen). Sie erzählte von der Notwendigkeit, Allergene auf Speisekarten anzugeben.

Präventive Maßnahmen gehörten auch zur Arbeit der Kontrolleure, wie Graf erklärte: „Es ist unsere Pflicht, die Bürger vor schlechten Lebensmitteln zu schützen.“ In 17 Fällen (2018: 20 Fälle) hätten die Kontrolleure Fehlverhalten im Entstehen verhindert und Verbesserungshinweise gegeben. Zudem seien 28 lebensmittelrechtliche Bau-Stellungnahmen und zwei Testate für Kindertagesstätten verfasst worden. „Die Kinder sollen sauber verpflegt werden“, erläuterte der Bereichsleiter. In 93 Fällen wurden zudem Rückrufaktionen kontrolliert. „Die Charge war meist schneller verkauft, als die Kontrolle greifen kann.“

720 unangemeldete Kontrollen

Insgesamt habe es im vergangenen Jahr in Ludwigshafen 720 unangemeldete Betriebskontrollen gegeben – durchschnittlich also zwei pro Tag. Gemäß dem Jahresplan seien 651 Proben genommen und vom rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamt analysiert worden. Des Weiteren ging die Lebensmittelkontrolle 55 Hinweisen und Beschwerden aus der Bevölkerung nach (2018: 47 Fälle).

„Der sorgfältige Umgang mit der Ware ist wichtig“, so Graf. Es gebe ein Spannungsfeld, „denn es geht auch ums Geldverdienen.“ Graf sprach in diesem Zusammenhang von „Hardcore-Anbietern“, mit denen man es zu tun habe. „Die machen nur das Nötigste, aber unsere Mitarbeiter disziplinieren die schon“, sagte er. Auch 2020 wollen die Kontrolleure wieder unangemeldet vor Ludwigshafener Betrieben stehen, kündigte der Bereichsleiter an.

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