Ludwigshafen

Fest Die Tanz- und Sportbühne Ludwigshafen zeigt in Gruppenformationen beeindruckende Bandbreite

Leichtigkeit und Körperbeherrschung

Archivartikel

Ludwigshafen.Auf schnelle lateinamerikanische Rhythmen kann man nur mit einer schnellen Aufführung antworten: Die Gruppe Shining Stars tanzt komplizierte Schrittfolgen zu den komplexen Grooves. Furios sind die Armbewegungen der jungen Tänzerinnen, die Pferdeschwänze fliegen synchron durch die Luft. Tanzen erfordert Körperbeherrschung und trotzdem ist ihnen ihre Leichtigkeit anzusehen.

Ihre Choreographin und Tanzlehrerin Nieesha Pooni schätzt am Tanzfest der Tanz- und Sportbühne Ludwigshafen besonders, dass sie hier die Zuschauerreaktionen direkt mitbekommt. „Den Tänzerinnen macht es Spaß. Sie übertragen ihre Energie auf das Publikum. Das motiviert“, sagt sie am Samstagnachmittag in der Turnhalle der integrierten Gesamtschule Ernst Bloch. 20 Gruppen treten mit ihren HipHop- und DanceHall-Formationen auf. Die jüngsten Vereinsmitglieder der Frühförderungsgruppe sind zwischen drei und sechs Jahre alt und tanzen in flamingofarbenen Tütüs. In allen Stadtteilen Ludwigshafens bedient der Verein die Interessen von Hobby- und Profitänzern.

Tanzen ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Als Form zwischenmenschlichen Handelns wird das Tanzen heute in unserer Gesellschaft gesehen und gepflegt. So beschreibt es auch die Vereinspräsidentin Tamara Müller: „Tanzen ist eine Sprache und schafft ein Gemeinschaftsgefühl. Unsere Mädchen wachsen in den Tanzgruppen schnell zusammen und verstehen sich, auch wenn sie aus verschiedenen Nationen kommen und alle verschieden sind. Anders als in der Tanzschule, erhalten bei uns auch Mädchen eine Chance, die aus Familien mit geringeren finanziellen Mitteln kommen. Der Verein fördert sie, indem Kostüme gestellt und die Reisekosten übernommen werden. Die Mädchen zahlen nur einen Monatsbeitrag. Einen solchen Sport könnten sich viele Familien sonst nicht leisten.“

„Ein Stück Freiheit“

In einem sind sich die Tänzerinnen auf dem Fest einig: Tanzen ist für sie ein Stück Freiheit. „Ich fühle mich beim Tanzen frei“, sagt die zehnjährige Tänzerin Hanna: „Es befreit ungemein“. Nieesha Pooni, die gerade ihr Abitur macht, kann Alltagsstress dabei in positive Energie verwandeln. „Wenn ich gestresst und abgespannt von der Schule komme und die Kleinen trainiere, bin ich danach wieder richtig glücklich“, sagt sie. „Man kann sich austoben“, bestätigt die 13-jährige Ronja aus der Gruppe FlipFlops. „Wenn man sich konzentriert, ist es nicht mehr anstrengend. Dann macht es nur noch Spaß. Vor Auftritten habe ich auch keine Angst mehr“, sagt Leoni aus demselben Team über den Flow-Effekt, den sie beim Tanzen spürt. Beide sind schon seit sieben bis acht Jahren begeisterte Tänzerinnen.

Hinter der hohen Präzision, mit der die fortgeschrittenen Gruppen und Turniergruppen die Choreographie umsetzen – einige davon schafften es schon zu den Deutschen Meisterschaften oder Europameisterschaften – steckt harte Arbeit. Die Trainer sind nicht immer nett, weil sie die Mädchen fordern wollen, erklärt Nieesha Pooni. Die fünf Trainerinnen haben selbst im Vorschulalter angefangen. „Die Mädchen in der Gruppe lieben Dich aber alle“, versichert ihr die Mutter eines Shining Star. jug