Ludwigshafen

Ebert-Halle Beim Antikmarkt bieten rund 800 Aussteller Schönes und Kurioses von früher an / Rustikale Möbel hoch im Kurs

Lieber Fundstücke als Massenware

Ludwigshafen.An zwei Tagen fand in der Ebert-Halle wieder der beliebte Antikmarkt statt. Auf den Fluren und in der Halle selbst waren Stände und Tische aufgebaut, an denen es allerhand zu bestaunen gab. Besucher konnten sich eine komplette antike Küchenausstattung mit alten Backformen oder Kaffeemühlen zusammenstellen. Auch altes Werkzeug gab es, das noch voll einsatzfähig war. So lässt sich ein Bild, das man auf dem Markt gefunden hat, gleich stilgerecht aufhängen.

Etwa 2500 Besucher pro Tag

Es gab Dinge, die ursprünglich nicht für die Dekoration der Wohnung gedacht waren – wie Verkehrs- und Straßenschilder, alte Warensäcke oder Polizeihüte. Doch auch das gute alte Tafelsilber und die niemals „totzukriegenden“ Sammeltassen waren in Hülle und Fülle vorhanden.

Die meisten Angebote waren original alt, zwischendurch fand man jedoch auch Neuware im Retro-Design, die als solche erkennbar sein musste. Daher trägt der Markt den Untertitel „Retro-Vintage-Antik“. Echte Flohmarktgänger haben natürlich den gewissen Riecher und erkennen echt antike Sachen zweifelsfrei. „Ich bin von Groß-Gerau aus hierhergefahren, komme aber ursprünglich aus Ludwigshafen. Ich habe zufällig das Plakat gesehen und bin nun zum Stöbern hier“, sagte Nina. „Die antiken Sachen, die ich besitze, sind Erbstücke. Bisher habe ich noch nichts selbst gekauft, außer heute: eine Radierung des Doms zu Mainz. Ich finde, antike Dinge haben eine höhere Wertigkeit als das, was in Massen produziert wurde.“

Rund 80 Aussteller hatten ihre Stände in der Ebert-Halle aufgebaut, der Veranstalter „Inter Antik Messen“ aus Kaarst rechnete mit etwa 2500 Besuchern pro Tag. „Wir versuchen, Neuware einzudämmen. Ganz darauf zu verzichten ist nicht möglich, da die Plätze vergeben werden müssen. Daher schauen wir, dass es sich in Grenzen hält“, so Veranstalter Jannis Thörmann. Der Vorteil bei Neuware ist, dass manche Sachen trotzdem qualitativ gut sind und dass für jeden Besucher preislich etwas dabei ist. „Auf jeden Fall fernhalten wollen wir Replikationen im Bereich Bronze,“ fügte Thörmann hinzu. Bronzestatuen sind derzeit hoch im Kurs, daher habe man ein Auge auf Fälschungen.

Voll im Trend beim Antikmarkt ist der „Shabby Chic“, bei dem alte Möbel nicht auf Hochglanz poliert sind wie bei Stilmöbeln, sondern etwas rustikaler daherkommen. Auch Industriedesign, ganz ohne Schnörkel, ist beliebt. „Ich bin zum ersten Mal hier, als Privatanbieterin. Ich verkaufe gemischte Dinge aus verschiedenen Haushalten und habe Spaß mit den Kunden“, sagte Barbara Weisser, an deren Stand eine Fat-Lava-Vase in Orange die Blicke auf sich zog. „Ich habe mir bezüglich der Preise, die ich verlangen kann, Infos aus Büchern, Auktionskatalogen und bei Ebay geholt“, erklärte die Ausstellerin. „Außerdem möchte ich unter den Kunden Fans finden, die sich genauso für alte Dinge begeistern wie ich.“

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