Ludwigshafen

Bildung Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels in Oppau

Lilly Keller gewinnt den Stadtentscheid

Archivartikel

Ludwigshafen.„Ich habe hier eigentlich lauter Sieger hier sitzen“, betonte Moderatorin Andrea Geisler noch einmal, kurz bevor sie das Urteil der Jury verkündete. Denn alle elf jungen Teilnehmer hatten sich zuvor als jeweilige Schulsieger für den Ludwigshafener Stadtentscheid beim 60. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels qualifiziert. Bei dem in der Oppauer Stadteilbibliothek ausgerichteten Entscheid traten die Sechstklässler nun in zwei Runden vor die vierköpfige Jury. In der ersten trugen sie einen eigenen, vorbereiteten knapp dreiminütigen Buchauszug vor; in der zweiten dann rund zweiminütige Auszüge aus einem Fremdtext, den sie zuvor nicht kannten – aus „Spider – die große Reise eines kleinen Hundes“ von Andy Mulligan.

„Das ist natürlich viel, viel schwieriger für die Kinder“ als die vorbereiteten Texte, merkte Ursula Stumpf an, die zusammen mit Jurorin Christine Volanakis die Oppauer Bücherei leitet. Aber die elf Mädchen und Jungen zeigten in beiden Durchgängen glänzende Leistungen. „Ich habe auch gehört, dass die Entscheidung knapp und schwierig war“, so Andrea Geisler von der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Stadtbibliothek über das Jury-Votum. „Ich finde, Ihr habt alle toll gelesen“, bekräftigte sie, bevor sie schließlich die Siegerin bekannt gab: Lilly Keller von der Integrierten Gesamtschule Ernst-Bloch in Oggersheim, die zunächst mit viel Einfühlungsvermögen aus dem Jugend-Krimi „Schnick, schnack, tot“ von Wallis de Vries vorgelesen hatte. Ebenso hatte sie hiernach den Andy-Mulligan-Text mit großer Sicherheit zum Besten gegeben.

Wie sie sich nun fühle? „Cool!“, meinte die Zwölfjährige. „Ich mag Fantasy und spannende Bücher, weil ich dann in meiner eigenen Welt bin“, so die Schülerin. „Ich bin natürlich total stolz“, bekannte ihre Mutter, Heike Keller. „Lilly war schon immer Buch-affin“, berichtete sie – und habe fleißig für den Wettbewerb geübt. „Ich hab’ allen aus der Familie mindestens einmal vorgelesen, wenn nicht sogar zweimal. Und ich hab’ mir von allen möglichen Leuten Feedback geholt“, sagte Lilly.

Alle elf Schüler erhielten eine Urkunde und ein Buch, Helen Coopers „Das Museum der sprechenden Tiere“, als Preis; Lilly obendrein das Buch „Die beste Medizin“ von Christine Hamill. Außerdem hat sie sich durch ihren Sieg für den Bezirksentscheid qualifiziert, der am 8. April in der Zentralbibliothek ausgerichtet wird. Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Alle sechsten Schulklassen können bei dem Wettbewerb mitmachen, der seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen veranstaltet wird.