Ludwigshafen

Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Neues Informationszentrum „Die vier Elemente“ in ehemaligem Hallenbad Nord eröffnet

Lodernd wie ein Müllfeuer

Ludwigshafen.Ursprünglich war es ein Geschenk der BASF an die Stadt Ludwigshafen und diente knapp 50 Jahre lang der Erholung der Bevölkerung: 2001 wurde das Hallenbad Nord geschlossen und drohte endgültig in Vergessenheit zu geraten. Seit 2017 herrscht wieder Leben im einstigen Bad, auch das Schwimmbecken ist wieder bis zum Rand gefüllt – wenngleich hier niemand mehr seine Bahnen zieht.

Stattdessen dient das eine Million Liter fassende Reservoir als Löschwasserbevorratung für das Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen (GML). Wasser ist eines jener vier Elemente, die bei der Müllverbrennung eine zentrale Rolle spielen. „Feuer, Wasser, Erde, Luft – so stellte man sich die Welt schon vor 2000 Jahren vor, und das gilt noch heute“, erklärte GML-Geschäftsführer Thomas Grommes bei der Eröffnung eines neuen Informationszentrums im ehemaligen Hallenbad. „Die vier Elemente“ lautet der passende Name, wobei zunächst das Feuer im Vordergrund steht. Dokumentationen zu den übrigen Elementen sollen folgen.

Abfall wird zu Energie

Wer den Bereich der früheren Duschzellen betritt, wird zunächst mit einem Zitat des italienischen Dichters Dante (1265-1321) konfrontiert: „Eine mächtige Flamme entsteht aus einem riesigen Funken.“ Wie das in der Praxis aussieht, erlebt der Besucher bei einem Blick in das lodernde Müllfeuer auf dem Rost des Müllkessels 3. Überhaupt gilt Feuer als „Mittel zum Zweck“ für den Betrieb des Müllheizkraftwerks.

205 Kilogramm Abfall pro Einwohner würden jährlich zu Energie verwertet, darunter 56 Kilogramm Sperrmüll, verraten die Infotafeln. Insgesamt drei Millionen Tonnen Kunststoffreste aus Sortieranlagen seien 2017 in Strom und Fernwärme umgewandelt worden. Auf diese Weise stelle die GML die Entsorgungssicherheit für eine Million Menschen in der Region sicher, verdeutlichte Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Dillinger (CDU).

Eine der Ideengeberinnen für das Projekt ist Ulrike Stadtmüller. Zum Dank erhielt die Professorin für Umwelttechnik, die die „Qualität dieses Konzepts gesichert“ habe, ein Dubbeglas. Für den musikalischen Rahmen zur Eröffnung des Infozentrums sorgte das Vokalensemble „Filsbach Consort“. Sinnigerweise spielte man Stücke, die sich allesamt um die vier Elemente drehten. Vom Volkslied „Kein Feuer, keine Kohle“ über den „Feuerreiter“ von Hugo Distler (1908-1942) bis hin zu „Fyer, Fyer“ aus der Feder des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Morley (1557-1603) gab es einen Streifzug quer durch die Epochen.

Dabei war es für das Publikum spannend zu erfahren, was die Künstler jener Tage dazu bewogen hat, sich mit Feuer und Wasser auseinanderzusetzen. Weil das ehemalige Hallenbad Nord eine so genannte LUcation ist, werden hier auch sonst regelmäßig Kunst und Kultur geboten. Neben dem neu eröffneten Informationszentrum der GML läuft derzeit eine Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit. 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind mit Hilfe von 17 Stelen künstlerisch in Szene gesetzt.