Ludwigshafen

Klinikum Schüler des Max-Planck-Gymnasiums gestalten Gemälde für Abschiedsraum

Loslassen in guter Atmosphäre

Ludwigshafen.„Wir hatten die Grundidee, dass wir Hoffnung damit übermitteln wollen“, sagte die 17-jährige Melanie Bista mit Blick auf das Gemälde, das sie und ihre Mitschüler gestaltet haben – und das künftig den neuen Abschiedsraum am Ludwigshafener Klinikum zieren wird. „Wir wollten so viel wie möglich warme Farben verwenden“, fügte Marc Scharf, 16 Jahre, nach der Enthüllung und feierlichen Übergabe des Werks hinzu.

Das eindrucksvolle Ergebnis der Arbeit von 13 Schülern des Leistungskurses Bildende Kunst der Jahrgangsstufe elf am Max-Planck-Gymnasium zeigt eine stilisierte Pusteblume, die in einen Strahlenkranz gebettet ist, und deren Samen schwerelos davongetragen werden. In dem fensterlosen Raum werde mit dem Werk „ein Ausblick geschaffen“, erklärte Christina Flocken vom Qualitätsmanagement des Klinikums. Sie begleitet die seit sechs Jahren bestehende Kooperation zwischen der Klinik und dem Max-Planck-Gymnasium federführend.

Initiative von Pflegerinnen

Wenn Menschen sterben, habe man ihren Angehörigen oft nicht den Rahmen bieten können, sie so zu verabschieden, wie es im häuslichen Umfeld möglich sei, erläuterte Jens Zewe, Chef der Operativen Intensivstation. Schließlich sei – auf Initiative der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen Nicole Armbrüster und Julia Schaack – ein Raum nahe der Intensivstation gefunden worden, „in dem wir das den Angehörigen ermöglichen können.“ Die Frage sei gewesen, wie dieser gestaltet werden könne, „um eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Menschen auch das Gefühl haben, loslassen zu können“, so Zewe.

Hierbei spielte die Zusammenarbeit mit dem Leistungskurs Bildende Kunst eine entscheidende Rolle: Die Schüler hatten zunächst Ideen und Entwürfe gesammelt und dann in mehreren Prozesstufen das auf zwei Leinwände verteilte Acrylgemälde gemeinsam kreiert. Hierfür haben sie außerhalb des Unterrichts und sogar an Samstagen gearbeitet, berichtete Lehrerin Nicole Lawonn, die das Projekt gemeinsam mit Kollegin Marlies Denoff betreut hatte. Dieses Engagement sei „wirklich etwas Außergewöhnliches“, betonte die Pädagogin.

„Wir freuen uns, dass wir so viele kreative junge Leute gewinnen konnten, für uns einen Raum neu zu gestalten, einen Raum, der für uns sehr, sehr wichtig ist“, erläuterte Pflegedirektorin Alexandra von Rex, die ebenso das Engagement von Nicole Armbrüster und Julia Schaack würdigte: „Sie haben uns mit ihrer Inspiration und ihren Ideen dazu verholfen, dass der Raum eine ganz neue Qualität bekommen hat.“