Ludwigshafen

Ludwigshafen: Hochstraße Süd ab sofort gesperrt

Archivartikel

Ludwigshafen.Die Hochstraße Süd in Ludwigshafen ist ab sofort gesperrt. Dies teilte die Stadt mit. Grund sind Veränderungen an Rissen, die in der Pilzkonstruktion aufgetreten sind. Gesperrt wird der Bereich ab Höhe Bruchwiesenstraße bis zur Konrad-Adenauer-Brücke.

Der „Pilzhochstraße“ genannte Abschnitt der Hochstraße Süd weise bekanntlich Schäden auf, welche regelmäßig überwacht würden, so die Mitteilung der Stadt Ludwigshafen. Im Zuge der engmaschigen Überprüfung seien am heutigen Donnerstag die Vergrößerung der  Risse festgestellt worden. In Absprache mit dem verantwortlichen Prüfstatiker habe die Stadtverwaltung entschieden, die Hochstraße Süd aus Sicherheitsgründen zu sperren. 

Derzeit tagt der Krisenstab und berät über das weitere Vorgehen. Laut einer Sprecherin der Stadt sei noch nicht klar, wie lange die Sperrung der so genannten Pilzhochstraße bestehen bleiben. Am Freitag um 14 Uhr will die Stadt in einer Pressekonferenz weitere Details zu den Schäden und den Konsequenzen bekannt geben. Die Polizei ist mit mehreren Streifenwagen unterwegs und beobachtet aktuell die Verkehrssituation. "Heute hält sich das noch in Grenzen", sagte der Polizeiführer vom Dienst. Das werde am Freitag im Berufsverkehr ganz anders aussehen. Bis dahin sollen Umleitungsschilder aufgebaut sein.

Die 1,5 Kilometer lange Hochstraße Süd verbindet die A 650 mit der Konrad-Adenauer-Brücke nach Mannheim. Sie wird von täglich 59 000 Fahrzeugen genutzt und zählt zu den wichtigsten Verkehrsadern in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die 1959 errichtete Konstruktion steht auf 27 pilzförmigen Pfeilern. Die Stützen ruhen auf Fundamentsockeln und Bohrpfählen, davon haben 17 bewegliche Lager.

Vor drei Jahren zeigten sich bei den regelmäßigen Überprüfungen massive Schäden an der Brücke. Um die Belastungen für das Bauwerk zu reduzieren, verhängte die Stadt Ludwigshafen im November 2017 ein Lkw-Verbot in beiden Richtungen. Damals waren die Instandsetzungskosten noch mit 25 Millionen Euro veranschlagt worden.

2018 legte das Ludwigshafener Baudezernat ein Sanierungskonzept vor, das für 75 Millionen Euro ein Galeriebauwerk unter der eigentlichen Hochstraße vorsah. Baudezernent Klaus Dilllinger (CDU) sprach damals mit Verweis auf Fachleute von einer „alternativlosen Lösung“. Die Fraktionen lehnten diese Variante jedoch als „chinesische Mauer“ ab, weil sie zwei Stadtteile zerschneide, und forderten ein neues Konzept.

Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) dämpfte bei einem Bürgerforum im März die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung. „Wir brauchen eine tragfähige Lösung und machen keinen Schnellschuss.“

Unklar ist zudem, wie das Großprojekt finanziert werden soll. Das betrifft auch die Erneuerung der Hochstraße Nord, deren Kosten auf rund 500 Millionen Euro steigen könnten und deren Abriss ab Ende 2023 beginnen soll.


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