Ludwigshafen

Turnier Zehnte offene Stadtmeisterschaft im Boule beim VfSK Oppau / Zwölf Mannschaften spielen um Wanderpokal

„Man ist draußen, es macht Spaß“

Archivartikel

Ludwigshafen.Auf einem Feld sind es der elfjährige Hannes Eberspach und die 47-jährige Sabine Schmierl, die mit der Boule-Mannschaft des TV Edigheim an den Start gehen. Gleich daneben spielt Rainer Rommel (67) im Dreier-Team des TV Flörsheim-Dalsheim eine Partie bei der offenen Stadtmeisterschaft im Pétanque des VfSK Oppau. Die Zusammensetzung bestätigt, was Sportwart Stefan König zuvor sagte: „Das ist das Schöne an dem Sport, dass er mit allen Generationen zusammen betrieben wird.“

König heißt die Spieler bei dem Turnier willkommen, das zum zehnten Mal in Folge von den Athletenboulern in Oppau auf dem Areal an der Friedrichstraße ausgerichtet wird. „Zehn Jahre – wir haben Jubiläum und freuen uns, dass sich das Turnier so toll etabliert hat“, so König. Zwölf Liga-Mannschaften aus Ludwigshafen und der Region mit insgesamt mehr als 100 Spielern nehmen teil. Die Gastgeber selbst sind sogar mit zwei Teams vertreten, den VfSK Oppau Athletenboulern 1 und 2.

Zum Boule- (oder eben auch Pétanque-)Prinzip in Kürze: Die Spieler versuchen, ihre Kugeln so nahe wie möglich an die vorher ausgebrachte Zielkugel (auch „Schweinchen“ genannt) zu werfen. Bei der offenen Stadtmeisterschaft werden vier Runden „Schweizer System“ mit jeweils drei Mannschaften gespielt, wie Turnierleiter Walter Becker eingangs erläutert – in den Formationen eins gegen eins („Tête à Tête“), zwei gegen zwei („Doublette“) und drei gegen drei („Triplette“).

Turnier 2009 initiiert

Bei strahlendem Sonnenschein werden die ersten Kugeln geworfen. „Man ist draußen, es macht einfach Spaß“, erläutert der elfjährige Hannes, was für ihn den Reiz des Boule ausmacht, das er „eigentlich mein ganzes Leben“ schon spiele. 2015 und 2017 sei der Junge deutscher Meister in seiner Altersklasse gewesen, verrät sein Vater, Gerhard Eberspach. Der 51-Jährige hatte selbst die Oppauer Athletenbouler gegründet und 2009 die Stadtmeisterschaft initiiert – zum damaligen 150. Jubiläum der Stadtrechte-Verleihung an Ludwigshafen. „Daher auch der Name Stadtmeisterschaft“, obschon das Turnier immer nach außen offen gewesen sei. Später wechselte Eberspach zum TV Edigheim und rief die dortige Boule-Abteilung ins Leben.

In Sachen junge Spieler können auch die Athletenbouler des VfSK Oppau überaus Positives vermelden: „Wir sind in Rheinland-Pfalz wahrscheinlich mit Abstand und vermutlich auch in Deutschland der Verein mit den meisten Jugendlichen“, führt Sportwart Stefan König aus. So seien 20 der 70 Mitglieder Jugendliche. Gleichzeitig reiche die Alterspanne bis zum Spieler mit 85 Jahren.

Gut für Gemeinschaftssinn

Das Kugelspiel fördert eben nicht nur Konzentration und Gemeinschaftssinn, sondern ist offenkundig auch der Gesundheit zuträglich. „Meine Ärztin hat gefragt: ,Sie waren noch nicht krank dieses Jahr, was ist denn los?’“, erzählt der 78-jährige David Polz am Rande einer Partie. Seine Entgegnung: „Ich spiele Boule, ich bin immer im Freien“, lacht der Oppauer Hütten- und Platzwart.

Am Ende können die Gastgeber, die offene Stadtmeisterschaft für sich entscheiden können: Die 1. Mannschaft der Athletenbouler Oppau belegt den ersten Platz und erhält den Wanderpokal. Der Titelverteidiger, der 1. PC Rheinbouler Worms, erreicht Platz sechs.

Info: www.athletenbouler.de und www.petanque-in-lu.de.