Ludwigshafen

Geschwister-Scholl-Gymnasium Jugendgruppe von Amnesty International will mit Unterschriften Rechtsbeistand im Ausland erzwingen

Mehr als 1000 Briefe für die Freiheit

Archivartikel

Ludwigshafen.„Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen“, lautet das Motto der Briefmarathon-Aktion der Jugendgruppe von Amnesty International am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Auch das Amnesty-Logo, eine Kerze mit Stacheldraht umwickelt, bezieht sich auf diesen Spruch. An einem Vormittag präsentierten die Schüler die gesammelten Briefe am Denkmal der Weißen Rose vor dem Schulgebäude. Dieses Mal sind über 1000 Briefe zusammengekommen. „Wir haben uns um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert“, sagte Richard Zurheide, Pfarrer im Schuldienst und Sprecher der Amnesty-AG. Anlass der Aktion ist der internationale Tag der Menschenrechte.

Für fünf Menschen, die juristischen Beistand benötigen, damit ihnen ein faires Gerichtsverfahren ermöglicht wird, sammelte die Gruppe unterschriebene Briefe, die bereits vorformuliert waren. Dazu hatten sie einen Stand im Foyer des Schulgebäudes aufgebaut, gesammelt wurde in den Pausen. Die Briefe werden an die Botschaften oder Ministerabteilungen der jeweiligen Länder geschickt. Wer möchte, kann auch einen persönlichen Brief an die Betroffenen schreiben, um ihnen Mut zu machen und zu zeigen, dass sich jemand für ihre Rechte einsetzt.

Die Fälle betreffen Griechenland, Weißrussland, Südsudan, Iran und die Philippinen. In Griechenland geht es um zwei Helfer einer Flüchtlingsorganisation, denen bis zu 25 Jahre Haft drohen, da die Hilfe, die sie leisteten, von den Behörden als Straftat bewertet wurde. Im Südsudan und in Weißrussland geht es um Jugendliche, die für Straftaten verurteilt wurden, ohne einen Rechtsbeistand gehabt zu haben. In vielen Ländern wird der Jugendschutz nicht praktiziert, und so fallen die Strafen unverhältnismäßig hart aus.

Für die Amnesty-Gruppe ist das ein Grund zu handeln. „Wenn man nicht viel Geld spenden kann oder möchte, kann man durch die Unterschrift einen kleinen Teil zur Gerechtigkeit beitragen. Mit nur einer Unterschrift kann man Menschen helfen“, so Jan Schmitt aus der 13. Klasse, seit drei Jahren Mitglied der Gruppe. „2016 haben wir eine Fahrt nach Brüssel gemacht im Rahmen des Programms Pulse of Europe. Das hat uns motiviert, bei Amnesty mitzumachen. Das hat eine Nähe zu den Personen und Schicksalen geschaffen, die wir kennenlernen durften“, fügte Schülerin Rebecca Lumme hinzu.

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