Ludwigshafen

Sicherheit Notdienste diskutieren beim „Blaulichtabend“

Mehr gute Bewerber bei Feuerwehr

Archivartikel

Ludwigshafen.„Katastrophenschutz in Zeiten des Klimawandels“ hieß das Thema beim zweiten „Blaulichtabend“. Eingeladen hatte die Ludwigshafener Bundestagsabgeordnete Doris Barnett mit ihrem Landtagskollegen Martin Haller (beide SPD). Um die Frage zu diskutieren, welche Herausforderungen extreme Wetterereignisse mit sich bringen, kamen in der Maudacher Fahrzeughalle des Technischen Hilfswerks (THW) viele Helferorganisationen zusammen: Polizei, Feuerwehr und Freiwillige Feuerwehr aus Ludwigshafen und Frankenthal, DLRG Oggersheim, DRK, ASB sowie die Arbeiterwohlfahrt, die BASF und das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr.

Mangelnder Respekt

„Wir wollen neue Bedarfe herausfinden, die Formen der Zusammenarbeit überprüfen und wenn nötig Gesetze ändern“, nannte Barnett das Ziel. Welche Herausforderungen steigende Temperaturen für Hilfsorganisationen bedeuten, machte die Politikerin am Beispiel der letzten Sommer deutlich. „Mehr heiße Tage führen zu überfüllten Badeanlagen, Herz- und Kreislaufproblemen, Brandgefahr in Wald und Feld, Straßenschäden – und zu verrückten Autofahrern.“ Ein Ärgernis sei zudem der mangelnde Respekt gegenüber Einsatzkräften. „Der Egoismus macht unsere Gesellschaft kaputt“, beklagte Martin Haller.

Die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit stand im Mittelpunkt der einstündigen Debatte. Dass das Ehrenamt nicht zu bezahlen sei und erst recht nicht bezahlt werden sollte, erklärte Randolf Stich (SPD), Staatssekretär im Innenministerium Rheinland-Pfalz. Die Kombination aus Ehrenamt, Vergünstigungen und Anerkennungskultur sei der richtige Weg. Generell müsse man auf Qualität achten. Dies gelte insbesondere für die Leitstellendisponenten, von denen immer häufiger „Ersthilfe“ abverlangt werde. „Hier müssen Profis ran – das sind wir unserer Bevölkerung schuldig“, betonte Stich in Übereinstimmung mit Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands.

Der Nachwuchsmangel zeige sich auch im Hauptamt. Als Fortschritt sahen die Diskussionsteilnehmer die verbesserte Besoldung an, wodurch das Lohnniveau in Rheinland-Pfalz an das der Nachbarländer angeglichen worden sei. Dies mache sich im Feuerwehrbereich in einer höheren Qualität der Bewerber bemerkbar. Ein Beispiel aus der Praxis lieferte Kai Neiheiser, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bobenheim-Roxheim. Mit einem Workshop und gezielter Ansprache an Schulen hat er die örtliche Feuerwehr personell aufgerüstet.

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