Ludwigshafen

Caritas Neues Förderzentrum wird ab 20. August bezogen

Mehr Hilfe für psychisch Kranke

Archivartikel

Ludwigshafen.Immer häufiger werden Plätze in einer Tagesstätte für psychisch Kranke gesucht, bislang reichte das Angebot im Caritas-Förderzentrum aber nicht aus. Mit einem Neubau in der Kaiser-Wilhelm-Straße wird das Angebot erweitert. Zusätzlicher Vorteil des 14 Millionen Euro teuren Gebäudekomplexes: Die Einrichtung für MS-Kranke, die bislang in beengten Verhältnissen in der Wörthstraße untergebracht war, erhält größere Räume. Vom 20. bis 23. August wird das neue fünfstöckige Domizil nach zweijähriger Bauzeit bezogen, sagt die Pressesprecherin des Caritasverbandes für die Diözese Speyer.

Letzte Arbeiten etwa an Fenstern und am Außengelände stehen derzeit noch an. Die Küche für die gesamte Einrichtung ist aber im Erdgeschoss bereits eingebaut. Daran schließt sich eine Caféteria an, die dank verschiebbarer Wände größer werden kann – 100 Personen haben dann Platz. Grund: In der Caféteria bekommen nicht nur die Bewohner ihr Essen, dort sind auch Veranstaltungen möglich.

Die 44 Einzelappartements haben ebenfalls eine kleine Küche. „Die Bewohner sollen einen möglichst realistischen Bezug zum Alltag und normalen Leben haben“, betont Gesamtleiter Michael Röser. Deshalb legt er auch Wert darauf, dass ein Appartementhaus entstanden sei und kein Behindertenwohnheim. Aus demselben Grund wurden auch zwei Gemeinschaftsräume, sogenannte Wohnzimmer, eingerichtet.

Ganz bewusst errichtete die Caritas das neue Förderzentrum in der Innenstadt – und nicht auf der grünen Wiese. „Anders kann ich mir eine Verpflichtung zur Inklusion nicht vorstellen“, hatte Vinzenz du Bellier, Geschäftsführer der Caritas-Betriebsgesellschaft, bei der Grundsteinlegung erklärt. Die Stadtspitze begrüßte die Standortentscheidung und war bei der Lösung so mancher Grundstücksfrage behilflich.

Tüftlerwerkstatt eingerichtet

Damit konnte im rückwärtigen Bereich die Tagesstätte von St. Johannes gebaut werden. „Sie hat nun endlich genügend Platz für die vielen tagesstrukturierenden Maßnahmen, die die Einrichtung den 70 Besuchern anbietet“, freut sich die Caritas-Sprecherin. Dazu zählen Sport und Bewegung, aber auch eine Tüftlerwerkstatt, eine Trainingsküche, ein Atelier für künstlerische Betätigung und ein PC-Raum.

In den oberen Etagen sind 20 Zimmer für MS-Erkrankte eingerichtet, die aus der Einrichtung St. Michael kommen. In einem zentralen Begegnungsbereich auf jedem Stockwerk können die Bewohner kochen und gemeinsam essen sowie sich zu anderen Aktivitäten treffen. Auch bei der Ausstattung achtete die Caritas auf Verbesserungen und Erleichterungen für Bewohner und Mitarbeiter: Etwa durch ein Deckenliftersystem, das jeden Teil der Bewohnerzimmer erreicht, oder ein spezielles Türöffnungssystem, das es erlaubt, auch bei schwindender Muskelkraft die Tür selbstständig zu öffnen.