Ludwigshafen

Sozialausschuss Stadt schneidet im Bundesvergleich schlecht ab / Ursache: Prekäre Beschäftigung?

Mehr Menschen überschuldet

Ludwigshafen.Auf der Sitzung des Sozialausschusses wurde der neue Bericht der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle vorgestellt. Ein Blick auf die Statistik in Deutschland verheißt nichts Gutes, denn die Überschuldung von Privatpersonen steigt seit fünf Jahren stetig an. In der Bundesrepublik ist im Durchschnitt jeder zehnte Bürger überschuldet. In Ludwigshafen stehen knapp 16 Prozent, in Mannheim 14,5 Prozent übermäßig in der Kreide.

Stelle monatelang unbesetzt

Zwei Gründe werden am häufigsten genannt, wenn es um Überschuldung geht: Arbeitslosigkeit und unwirtschaftliche Haushaltsführung. Laut einer Statistik wird Letzteres derzeit immer bedeutender. In Ludwigshafen gelte aber noch immer Arbeitslosigkeit oder prekäre Beschäftigung als Hauptursache, hieß es.

Michael Gerbes von der kommunalen Schuldnerberatungsstelle sagte: „Die Statistik des Bundesamtes bezieht sich auf die gesamte Bundesrepublik.“ 1977 war Ludwigshafen Vorreiter, als es darum ging, eine solche Beratung anzubieten. Die aktuelle Kritik im Sozialausschuss zielte darauf, dass die Wartezeiten zu lange seien.

„Die zweite Stelle war den Sommer über nicht besetzt. Seit dieser Woche sind wir wieder voll im Einsatz“, konterte Gerbes. „Außerdem lassen wir niemanden im Regen stehen. Nach einem Erstkontakt wird sondiert, welche Hilfe nötig ist, in dringenden Fällen reagieren wir sofort.“

Zum Thema Asylanträge gab Sozialdezernentin Beate Steeg Auskunft: „Die Zuweisungen von Flüchtlingen haben sich 2018 auf einem niedrigen Niveau eingependelt. Im gesamten Jahr wurden etwa 280 Menschen nach Ludwigshafen verteilt.“ 18 Prozent kamen aus der Türkei, zwölf Prozent aus Syrien, elf Prozent aus Pakistan zehn Prozent aus Somalia. Nur 19 Prozent kamen als Familie. 66 Prozent waren Männer. Insgesamt sind zurzeit 1594 Menschen im Kontext der Fluchtmigration in Ludwigshafen untergebracht.

Für Integrationskurse sorgt die VHS, die einen Rückgang der reinen Asylkurse verzeichnet. Entsprechend laufen Förderprogramme aus. Im Sozialausschuss kam die Frage nach Kursen für Asylsuchende auf, in denen die Bewältigung des Alltags vermittelt wird.

„Dazu fehlen uns die finanziellen Mittel. Doch in den bestehenden Deutschkursen werden bereits alltägliche Dinge und Werte vermittelt“, meinte Hedwig Kiefer von der VHS.