Ludwigshafen

Filmfestival Stadt reagiert auf Beschwerden der Anwohner / Zeltstadt soll deutlich schneller auf- und abgebaut werden

Mehr Parkplätze und Kontrollen

Archivartikel

Ludwigshafen.Über unerträgliche Zustände bei der Parkplatzsuche auf der Parkinsel während des dreiwöchigen Filmfestivals klagten die Anwohner. „Trotz Zufahrtsverbots für Auswärtige finden wir keinen Stellplatz“, lautete der Tenor bei einer Versammlung im Dezember. Auf die massiven Beschwerden hat Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) reagiert. Demnach könnte das ehemalige Brandgelände an der Hafenstraße als vorübergehender Parkplatz genutzt werden. Die Anwohner sollen Sonderausweise erhalten. Zudem würden die Kontrollen verstärkt und mehr Müllbehälter aufgestellt. Auch die Auf- und Abbauzeiten der Zeltstadt für das Filmfestival sollen nach Angaben der Rathauschefin deutlich reduziert werden.

Im Nachfolgenden die einzelnen Aspekte:

Parken: Die Hafenbetriebe, die die 1,8 Hektar große Brachfläche an der Hafenstraße besitzen, signalisierten Unterstützung. „Das Unternehmen sagte uns grundsätzlich zu, dass das Gelände während der Festivalzeit als Parkplatz genutzt werden kann“, sagt Steinruck auf „MM“-Anfrage. Einzelheiten würden indes noch geprüft. Dabei gehe es auch um die Frage, für welchen Personenkreis die Fläche bereitstehen soll oder ob es Alternativen gibt. Um Konflikte zu vermeiden, werden auswärtige Besucher in der Festivalzeit gebeten, ihr Auto im Parkhaus Walzmühle abzustellen. Von dort fährt ein Shuttlebus zur Schneckennudelbrücke in der Nähe des Festival-Eingangs. Um den Anwohnern die Zufahrt auf die Parkinsel und das Parken „wirksam zu gestatten“, so Steinruck, würden Sondergenehmigungen ausgestellt – aber ausschließlich für Bewohner und Gewerbetreibende.

Kontrollen: Motorräder werden auf Gehwegen abgestellt, blockieren Fußgänger und sorgen für viel Lärm bei An- und Abfahrt, lauteten weitere Klagen. Die Verwaltung bittet nun die Polizei um entsprechende Kontrollen in diesem Bereich. Die Stadt will indes stärker das Falschparken überprüfen und Fahrzeuge abschleppen lassen.

Abfall: Überquellende Mülleimer sollen durch das Aufstellen zusätzlicher Behälter vermieden werden. Die Kosten trägt der Veranstalter des Festivals. Die Stadt will die Einhaltung der Auflagen für das Gelände im Stadtpark besser überwachen. Hintergrund sind Beschwerden über verölte Maschinen im Landschaftsschutzgebiet.

Auf- und Abbauzeiten: Seit Jahren kritisiert der Ortsbeirat Südliche Innenstadt, dass sich die Errichtung der großen Zelte und anderer Festivaleinrichtungen wochenlang hinziehe. Denn dadurch leiden die Rasenflächen, die die Anlieferungsfahrzeuge stark verdichteten. „Der Veranstalter hat versichert, die Auf- und Abbauzeiten signifikant zu reduzieren“, sagt Steinruck. Genauere Angaben darüber, welche Zeiträume nun vorgesehen sind, werden jedoch nicht gemacht. Die zwischenzeitlich verschwundenen Tischtennisplatten im Stadtpark seien nun aber wieder nutzbar.

Festivalgröße: Kritik äußerten Anwohner auch am Bauzaun um das Festivalgelände, das keinen Spaziergang mehr entlang der Uferpromenade erlaube. „Der Veranstalter sagte zu, dass ein Durchgang für Spaziergänger und Jogger erlaubt werden soll, sofern keine Sicherheitsbedenken entgegenstehen“, berichtet die Oberbürgermeisterin. Für Fahrradfahrer sei dies aber nicht möglich. Dafür soll die Umleitungsbeschilderung für den Radweg auf der Parkinsel verbessert werden, so eine weitere Übereinkunft.

Fazit: „Nach der Anwohnerversammlung im Dezember haben wir viele Hausaufgaben gemacht und einige Verbesserungen erreicht“, zieht die Oberbürgermeisterin eine positive Bilanz und fügt hinzu: „Ein Festival mit so vielen Besuchern geht nur im Einvernehmen mit den Anwohnern.“ Zufrieden äußert sich auch der Ortsvorsteher der Südlichen Innenstadt, Christoph Heller (CDU): „Einen Großteil der Probleme konnten wir nun abstellen – das ist doch beachtlich.“