Ludwigshafen

Stadtarchiv Beiratsmitglieder informieren sich über Historie

Migration – ein Teil der Geschichte

Ludwigshafen.Im Hinblick „auf Ludwigshafen als Migrationsstadt“, wie Gremiums-Vorsitzender Cem Cantekin ankündigte, berichtete Klaus J. Becker dem Beirat für Migration und Integration (BMI) über die Historie und Bedeutung des Ludwigshafener Stadtarchivs . „Die erste größere Zuwanderungswelle war bereits 1955.“ Damals seien es türkische Krankenschwestern gewesen, rekapitulierte der stellvertretende Leiter des Stadtarchivs mit Blick auf die Nachkriegszeit. „Ab 1960 war es selbstverständlich, dass Arbeiter aus Italien oder aus Griechenland, hier bei uns die ,Tortenschachtel’ erbaut haben.“ Die nächste große Migrationsgruppe seien dann Krankenschwestern aus Südkorea gewesen. Dort gebe es ein deutsches Dorf: „Tatsächlich haben wir historische Verbindungen. Derer sind wir uns kaum bewusst. Diese kann man sich im Stadtarchiv in Erinnerung rufen“, konstatierte Becker.

Es gebe schriftliche Unterlagen im „Gedächtnis der Stadt“, die bis zum Mittelalter zurückreichten, erklärte Becker. „Und wenn Sie sich überlegen, dass zum Beispiel Migranten den Frankenthaler Kanal unter Napoleon errichtet haben, versteht man, dass auch die Migrationsgeschichte Ludwigshafens wesentlich früher beginnt, als man es sich vorstellen könnte.“

„Wir archivieren alle gängigen Tageszeitungen, ebenso wie alle relevanten Aktenbestände“, erläuterte der Historiker auf Nachfrage von Hayat Erten (SPD). Dieser hatte sich erkundigt, ob auch künftige Generationen nachlesen können, wie etwa der Zuzug von Geflüchteten in Ludwigshafen ausgesehen habe. Oder auch wie Menschen mit Migrationshintergrund bei politischen Wahlen und in Parlamenten vertreten gewesen seien.

Es gebe im Archiv auch eine entsprechende Abteilung in dem konkret zum Thema Migration in Ludwigshafen gesammelt werde, führte Becker aus.

Anfrage der SPD-Fraktion

„IWAQS“ – hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das im August gestartete Projekt „Interkulturell – Wirksamkeit aufzeigen/Qualität verbessern/Standards definieren“, das die Integrationsbeauftragte Hannele Jalonen dem BMI präsentierte.

Die SPD-Fraktion hatten einen Antrag auf einen Sachstandsbericht zu „IWAQS“ gestellt, der in der Sitzung in eine Anfrage umgewandelt wurde. Bei diesem Projekt, bei dem die Stadt Ludwigshafen als Modellstandort fungiere, gehe es darum, „Kriterien und Standards zur Evaluation der Wirksamkeit der Integrationsmaßnahmen zu entwickeln“, erörterte Jalonen.

Das vom Integrationsministerium des Landes geförderte Projekt ende im Sommer nächsten Jahres. „Im Juni 2019 können wir Ihnen die Ergebnisse vorstellen“, kündigte Jalonen den BMI-Mitgliedern an.